Franz Knebel, 1857, Der Ponte Lucano und das Grabmal der Plautier bei Tivoli

Mausoleum der Plautier

Mausoleo dei Plauzi - Monument in Not

Es gibt Monumente der Antike in Rom, die mit Millionenaufwand restauriert werden und, die Millionen Touristen anlocken. Zum Beispiel das Kolosseum. Andere Monumente verschwinden hinter Betonmauern und bröseln vergessen ihrem Verfall entgegen.

Der Corriere della Sera hat ein Monument heute ein bisschen dem Vergessen entzogen. Das Mausoleum der Plautier im Tal des Aniene.

Geschichte des Grabmals

Pietro della Valle, 1880, Il ponte lucano sulla via di Tivoli, Ausschnitt
Pietro della Valle, 1880, Il ponte lucano sulla
via di Tivoli, Ausschnitt

An der Straße nach Tivoli steht seit über 2000 Jahren das Grabmal der Gens Plautia, einer alten römischen Familie, die im 4. Jahrhundert v.Chr. sieben Konsuln stellte. Der Bau wurde von Marcus Plautius Silvanus, einem Freund von Augustus, kurz nach Christi Geburt errichtet. Die daneben den Aniene überquerende Brücke, den Ponte Lucano, baute etwas später Marcus Plautius Lucanus. 1465 lies Papst Paul II. beides zu einer Festung ausbauen und lies die Zinnen aufbauen.

Das Grabmal ist wie das der Cecilia Metella an der Via Appia oder das Hadriansgrabmal (heute die Engelsburg) als großer Rundbau, nach etruskischer Tradition errichtet. Es steht direkt neben der ebenfalls antiken Lukanischen Brücke. Vor dem Grabbau stehen Schrifttafeln die uns  über andere hier begrabene Familienmitglieder unterrichten. Vor allem die vielen Titel des Tiberius Plautius Silvanus Aelianus, der ca. 79 n.Chr. starb, können wir hier nachlesen.

Unglaublich wie viele Ereignisse in 20 Jahrhunderten dieser Bau überlebt hat. Der Gotenkönig Totila zerstörte einen Brückenbogen um die nachfolgenden Byzantiner
aufzuhalten.

Danach blieb die Brücke unangetastet. Papst Hadrian IV. wählte das Grabmal für sein Treffen mit Friedrich Barbarossa. Michelangelo und Franz Liszt kamen hier vorbei auf dem Weg nach Tivoli. Zahlreich Maler hielten die einst idyllische Landschaft fest.

Monument in Gefahr

Ob das Grabmal den Hochwasserschutz des 21. Jahrhunderts überlebt, ist dagegen fraglich. Vor kurzem ist eine riesige Hochwassermauer fertig geworden, die Grabmal und Brücke umschließen. Dabei soll die Mauer keinesfalls das Denkmal schützen, sondern illegal errichtete Industriebaracken in der Umgebung. Schade, dass die vielen Touristen, die mit dem Bus hier zur Hadriansvilla vorbei fahren, dass Monument nun noch weniger beachten. Tragisch, dass bei Hochwasser das Grabmal mit Wasser aus dem Industriegebiet vollgepumpt wird und der Verfall damit beschleunigt wird. Eine Schande für eine Stadt, die in der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes geführt wird.

Ich hoffe, dass der, noch zaghafte, Protest der lokalen Bürgerinitiativen Erfolg hat. Sonst können wir das Grabmal bald nur noch als Modell im Aschaffenburger Schloss bewundern.

Nachtrag 21. Aptil 2017, wie der Fatto Quotidiano schreibt, hat die Stadt inzwischen eine Restaurierung des Grabmals beschlossen. Eine Lösung für die das Grabmal und die Brücke gefährdente Hochwassermauer gibt es aber immer noch nicht.

Quellen: Corriere della Sera, Video, Tibursuperbum, Bayerische Schlösser, Wikipedia, romeartlover, Werner Eck: Monument und Inschrift, Il Fatto Quotidiano

 

 

 

 

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Giovanni Battista Piranesi, sepolcro della famiglia Plauzia, 1784
Giovanni Battista Piranesi, sepolcro della famiglia Plauzia, 1784

Das Mausoleum der Plautier, 2014
Das Mausoleum der Plautier, 2014, hinter der Hochwassermauer

Das Mausoleum der Plautier, 2014
Das Mausoleum der Plautier, 2014

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