• Die Vatikanischen Museen sind das größte Museum der Welt und vielleicht auch das am meisten besuchte. Ich kann nur empfehlen sich einmal vom großen Touristenstrom zu lösen und in die wenig besuchten Gänge vorzustoßen. Dazu gehört das Museo Gregoriano Etrusco, das Etruskische Museum, das nach dem in der Villa Giulia in Rom sicher das umfangreichste ist.

  • Caravaggios Franziskus

    Quirino Briganti, Bürgermeister des kleinen Bergortes Carpineto Romano, in den Monti Lepini südöstlich von Rom ist enttäuscht. Gerne hätte er schon im 400ten Todesjahr des großen Malers Caravaggio dessen Porträt des Heiligen Franziskus in seiner Gemeinde gezeigt.

  • Adam Elsheimer (1578 – 1610), der erste der die Milchstraße darstellte.

    Fast jede römische Kirche ist auch eine Begräbnisstätte für mehr oder weniger bekannte Persönlichkeiten. Es lohnt sich genauer hinzusehen und nachzuforschen welchen Theologen, Politiker oder Künstler man vor sich hat. In Rom sind auch zahlreiche deutsche Künstler begraben.

  • Michelangelos verstossener Christus

    Michelangelos Christus in Bassano RomanoSeine Haltung ist lässig, er hält sich mit einem Arm an einem Pfosten. Er schaut etwas zur Seite, aber nicht aus Scham, denn er ist sich seiner Schönheit bewußt. Ein Mann Mitte 30 mit Bart und gewellten langen Haaren. Ganz selbstverständlich und lasziv steht er nackt da und hält ein Tuch nur locker in der Hand. Nein ich beschreibe keine Szene an einem Strand sondern eine 495 Jahre alte Skulptur, die ich heute in der Kirche San Vincenzo in Bassano Romano gesehen habe.

    Die Frauen, die die Kirche für eine bevorstehende Trauung schmücken, zucken die Schultern, als ich nach dem Michelangelo frage, der hier stehen soll. Doch der alte Mönch, der den ausgerollten Teppich nach Stolperfallen absucht, weiß Bescheid. Er führt mich in eine Seitenkapelle und schaltet das Licht an. Und da steht er, der auferstandene Christus mit dem Kreuz. Doch er hat so gar nichts mit den anderen Darstellungen des gleichen Themas gemein. Er ist nicht erhaben oder göttlich, eher gelassen und entspannt. Eben doch der Mann am Strand, der sich seiner Schönheit bewußt ist und die Blicke genießt, ohne sie merkbar wahrzunehmen. Also der Typ Mann, der Michelangelo interessiert hat, nicht ein vom Tode auferstandener. Er ist klassisch komponiert. Standbein und Spielbein, leichter Hüftschwung und Drehung im Körper. Er erinnert an den berühmten David in Florenz, auch wenn er nicht dessen Kraft ausstrahlt sondern eben Entspanntheit.

     

    San Vincenzo in Bassano Romano

     

    Alles andere als entspannt muß jedoch Michelangelo gewesen sein, als er am Gesicht des Christus arbeitete. Denn plötzlich traf er auf der linken Wange auf eine schwarze Ader im ansonsten makellosen weißen Marmor. Man kann sich den Tobsuchtsanfall des perfektionistischen Meisters vorstellen, als er den Makel erkannte. Er ließ sofort Hammer und Meißel fallen und weigerte sich, an dem Werk weiter zu arbeiten. Sein Auftraggeber, der römische Patrizier Metello Vari war weniger rigoros und bat Michelangelo, ihm die Statue zu überlassen. Der hatte kein Interesse mehr daran und schenkte sie Vari. 1520 konnte Michelangelo eine zweite, ungetrübte Version des auferstandenen Christus für Vari fertigstellen. Diese Statue umfaßt viel energischer das Kreuz. Sie wurde in der römischen Kirche Santa Maria sopra Minerva aufgestellt und von einem späteren, prüderen Bildhauer mittels vorgehängtem Bronzetüchlein jugendfrei geschaltet.Den ersten Christus verhökerte Vari darauf auf dem Kunstmarkt und sie gelangte so über Umwege in den Besitz der Adelsfamilie Giustiniani, die damals über Bassano Romano herrschte und sie dort in der Kirche San Vincenzo aufstellte. Noch vor 70 Jahren war die Kirche allerdings heruntergekommen und verlassen. 1941 schenkte sie der Fürst Innocenzo Odescalchi, nun Herr über Bassano, dem Orden der Silvestrinianer. Da Bassano 1944 vorübergehend Quartier des deutschen Generals Kesselring war, wurde es jedoch von den Alliierten stark zerstört. So konnten die Mönche erst in den fünfziger Jahren das Kloster und eine angeschlossene Schule aufbauen. Auch die Sanierung der Kirche zog sich hin. Erst im Jahr 2000, anläßlich einer Ausstellung über die Kunstwerke der Giustiniani, betrachtete man den Christus in San Vincenzo näher und konnte sein Geheimnis lüften. Die Kunsthistorikerinnen Silvia Danesi und Irene Baldriga konnten ihn Michelangelo zuordnen, wenn auch das Gesicht der Statue von einem unbekannten Künstler im 17. Jahrhundert vollendet wurde.

    Und so hat Bassano Romano etwas, was alle Kunstmuseen gerne hätten. Einen echten Michelangelo. Der Christus schaut auch deshalb zur Seite, damit man seinen Makel, die schwarze Ader im Gesicht, nicht sieht. Auch wenn ihn deshalb Michelangelo verstieß, ich mag ihn. Die entspannteste Figur, die Michelangelo schuf.

    Michelangelos Christus in Bassano Romano Michelangelos Christus in Bassano Romano

    San Vincenzo in Bassano Romano

    San Vincenzo in Bassano Romano auf einer größeren Karte anzeigen

    zurück

  • Zwischen Raffael und Michelangelo…

    …gehen die meisten Besucher des Vatikanischen Museums, von der Renaissance-Kunst fast erschlagen, meist achtlos durch die Abteilung mit moderner Malerei. Dabei befinden sich hier Werke von Künstlern mit Weltrang. Picasso, Chagall, Gauguin, Dalí, Kokoschka, Kadinsky, u.v.m.

  • 2010 war das 400te Todesjahr von Michelangelo Merisi, der besser unter dem Namen seines Heimatortes Caravaggio bekannt ist. Daher waren zahlreiche seiner Bilder, die in verschiedenen Museen und Kirchen in Rom hängen für Ausstellungen in ganz Europa ausgeliehen. Nun sind alle wieder an den Tiber zurückgekehrt und die Fans des Barockmalers können sie wieder vor Ort genießen.

  • Was man bei der Hitze im Juli macht? Früher war das für Rom-Besucher keine Frage – ab in die Berge. Und so machten wir uns ebenfalls auf den Weg der Romschwärmer früherer Zeiten Richtung Olevano Romano.

  • Sonderausstellung am Petersplatz

    Der Heilige Hieronymus von Leonardo da Vinci wird im Braccio Carlo Magno am Petersplatz in einer kleinen Sonderausstellung zum 500ten Todestag des großen Meisters gezeigt.

  • Nach dem 400ten Todesjahr (2010) des Barock-Malers Michelangelo Merisi, genannt Caravaggio (*29.9.1571 - 18.7.1610), sind alle seine Werke, die in Sonderausstellungen in ganz Europa ausgeliehen waren, wieder zurück und können wieder in Rom bewundert werden. Hier finden Sie die Orte.

  • Caravaggio in Neapel

    Nachdem er wegen eines Mordes angeklagt wurde floh der barocke Maler Caravaggio im Herbst 1606 nach Neapel. Auch wenn er nur 10 Monate dort blieb, so führte er doch zahlreiche Aufträge für Bilder aus. Sein wichtigstes Werk hängt bis heute in der Kirche des Pio Monte della Misericordia.

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein angenehmeres Surfen zu ermöglichen.