• Das Grab blieb leer - San Carlo alle Quattro Fontane

    Ich sitze nun schon eine Weile in einer Nische und lasse den Raum auf mich wirken. Ein eigenartiger Raum. Ruhig und doch etwas befremdlich.

  • Die Basilika San Lorenzo in Lucina liegt am gleichnamigen Platz gegenüber dem Palazzo Ruspoli, der bekannt für seine Kunstausstellungen ist. Die auf den ersten Blick schlichte Kirche ist eine wahre Zeitmaschine, die uns durch 2000 Jahre römische Geschichte führt. Als erstes fällt die schöne, schlichte Vorhalle mit ihren sechs antiken Säulen auf, die zwischen barocke Paläste eingeklemmt ist. Dahinter erhebt sich der romanische Campanile. Wir betreten die Kirche durch das alte Portal, das von zwei Löwen flankiert wird. Diese haben jeweils einen Menschen in ihren Fängen und sollen, als eher heidnisches Symbol, das Böse abhalten.

  • 1733 passierte das Unglück in der Kirche San Lorenzo in Lucina in der nördlichen Altstadt Roms. Eine junge Kuh hatte keine Lust auf ihren letzten Weg zum Metzger, riss sich los und stürmte mitten in die Messe, die gerade in der Kirche abgehalten wurde. Die Gläubigen stoben auseinander und der Pfarrer verschanzte sich in der Sakristei. Die Kuh wurde schließlich in der Fonseca-Kapelle überwältigt, einem berühmten Spätwerk des noch berühmteren Gianlorenzo Bernini.

  • Aus drei Tempeln mach eine Kirche

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    Stadtführung durch die Römischen Altstadtsan-nicola-in-carcere-002.jpg

    weitere Fotos

    Das Gebiet zwischen dem Kapitolshügel und dem Tiber ist selbst für römische Verhältnisse ausgesprochen reich an Zeugnissen und Kunstschätzen aus gut 2.500 Jahren. Eigentlich zu schade, dass die meisten Touristen nur in einem langen Treck zum Wahrheitsmund, der Bocca della Verità, wandern und bestenfalls einen müden Blick zum Marcellustheater werfen. Gut die Via Petroselli hat durch die Umbauten unter Mussolini ihren mittelalterlichen Charme eingebüßt, den man jedoch in den Seitengassen nach wenigen Metern wieder findet. Doch durch die Ausgrabungen ab den 1930er Jahren haben wir auch viel über die Römische und damit Europäische Geschichte erfahren.

    Hier an dieser Uferebene lag in grauer Vorzeit, als Rom die Ansammlung bescheidener Hirtendörfer auf den berühmten sieben Hügeln war der erste Hafen, oder besser eine Landestelle für Handelsboote. Und so entstand der erste Marktplatz Roms. Später aufgeteilt in das Forum Boarium, den Viehmarkt, und das Forum Holitorium, den Gemüsemarkt. Hier bekam Rom zum ersten Mal Kontakt mit dem Rest der Welt. Vor allem griechische Kaufleute siedelten sich an. Den griechischen Einfluß spürt man noch heute, stehen doch in diesem Viertel noch zwei griechisch-orthodoxe Kirchen.

    Säulen der Spes in der FassadeBereits in der Zeit der Römischen Republik standen hier zahlreiche Tempel und öffentliche Gebäude. Das Forum Holitorium war durch die Fassaden von vier nebeneinander stehenden Tempeln begrenzt. Der nördlichste, der Tempel der Pietas, der Ehrfurcht vor den Göttern, der allerdings selbst keine Ehrfurcht genoss, sondern 23 v.Chr. von Augustus für den Bau des Marcellustheaters abgerissen wurde. Südlich davon stand der Tempel des Janus, des Gottes von Anfang und Ende, der dem Monat Januar seinen Namen gab. Er entstand während des Ersten Punischen Kriegs (264 - 241 v. Chr.). Anschließend der Tempel der Juno Sospita, der wichtigsten römischen Göttin in ihrer Form als Beschützerin des Staates, der um 195 v. Chr. erbaut wurde. Und schließlich der Tempel der Spes, der Göttin der Hoffnung, aus der gleichen Zeit wie der Janustempel. Sie bildeten für mehr als ein halbes Jahrtausend einen recht optimistischen Götterreigen bis sie Ende des 4. Jahrhunderts in Rente geschickt wurden. Im Jahr 395 verbot Kaiser Theodosius die heidnischen Religionen und ließ die Tempel schließen.

    In das Podium des Spestempels wurde eine kleine Kapelle eingebaut, deren Reste heute noch zu sehen sind. Das Fresko in der Apsis ist leider verschwunden.

    Plan nach Lanciano

    Dann begann die Dunkle Zeit, aus der nur noch wenige Nachrichten zu uns dringen. Germanen und Byzantiner kämpften um Rom und trugen dazu bei, dass die antike Millionenstadt zur mittelalterlichen Kleinstadt herabsank. Im Bereich der Tempel des Forum Holitorium fand man Gräber aus dem 6. Jahrhundert. Das uralte Gesetz, dass man innerhalb der Stadt keine Toten begraben durfte wurde nicht mehr beachtet. Und irgendwann, vermutlich im 7. oder 8. Jahrhundert, zog in den Tempel der Juno eine christliche Kirche ein. Der Tempel des Janus wurde statt dessen als Gefängnis genutzt. Dies klingt noch im Namen der modernen Kirche (in Carcere = beim Gefängnis) nach. Im Jahr 1087 hatten Seeleute die Gebeine des Heiligen Nikolaus in Myra, in der heutigen Türkei gestohlen und ins süditalienische Bari gebracht, wo sie noch heute im Dom ruhen. Nur wenige Monate darauf wurde die Kirche im Junotempel eben diesem Nikolaus geweiht. Einmal da er als Patron der Gefangenen hier am richtigen Ort war, zum zweiten da er vor allem in der östlichen Kirche verehrt wurde und in diesem römischen Stadtteil noch immer viele griechische Kaufleute wohnten. Die Tradition, dass Nikolaus die Kinder an seinem Gedenktag beschenkt entstand erst viel später.

    Ausgrabungen unter San Nicola

    Papst Honorius nahm den Einzug des Nikolaus wohl zum Anlass und ließ die Kirche vergrößern. Dabei nutzte man wiederum die alten Tempel, die wohl noch weitgehend intakt waren. Die Zwischenräume zwischen den Tempeln wurden zu den Seitenschiffen der Kirche und die Säulenreihen der Nachbartempel vermauert und als Auswände genutzt. Der Rest dieser Tempel wird wohl als Baumaterial für die mittelalterlichen Häuser verwendet worden sein, die neben der Kirche entstanden. Giuseppe Vasi, der fleißige Vedutenmaler des 18. Jahrhunderts zeigt die Kirche an einem kleinen, eng bebauten Platz. Nur eine Säule an der Fassade, die 1599 von Giacomo della Porta vorgesetzt wurde, erinnert noch an die alten Tempel. Erst als Mussolini in den 1930er Jahren die Straße verbreitern ließ und dafür die Häuser fielen, stieß man wieder auf die drei alten römischen Götter. Die Säulen sind heute an der Seitenfassade der Kirche wieder sichtbar und erinnern daran, dass Nikolaus nur zu Gast bei Juno ist. In den Ausgrabungen unter der Kirche kann man zu den Fundamenten der alten Tempel vorstossen.

    Ein alter Brauch der noch lange im Mittelalter gepflegt wurde geht vielleicht sogar auf Juno als Göttin der Geburt zurück. Mütter gaben hier in der Kirche ihre überschüssige Milch ab, damit man damit Findelkinder nähren konnte.

    Sie haben Interesse an der Besichtigung der Ausgrabungen unter San Nicola? Siehe Stadtführung Nr. 10

    oder Auskunft unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


    San Nicola in Carcere, Roma auf einer größeren Karte anzeigen

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  • Stadtführung durch die Römischen Altstadt

    Ein unbekanntes Kloster in Rom

    San Lucia in Selci 1748
    Es gibt Kirchen in Rom, vor denen täglich tausende Touristen Schlange stehen. Andere werden von den Besuchern wahrscheinlich nicht mal als Gotteshaus wahrgenommen wenn sie sich vor deren Fassade in einer abgelegenen Gasse wie der Via in Selci verirren. Santa Lucia in Selci bewahrt bis heute seine frühmittelalterliche Fassade, die kaum auf einen Kirchenbau hinweist.

    Im Mittelalter hatte die Via Labicana als eine der letzten Straßen aus der römischen Antike noch ihr Pflaster bewahrt. Das war so erwähnenswert, dass das von Papst Symmachus (498 bis 514) in der Nähe gegründete Kloster Santa Lucia den Beinamen „in Selci“, am Pflaster, bekam.
    Santa Lucia in Selc, FassadeSanta Lucia in Selc, Fassade
    Ich habe Glück. Vor dem Eingang des Klosters Santa Lucia in Selci wartet ein junger Mann von der ENEL, der italienischen Elektrizitätsversorgung auf Einlaß. Nach kurzer Unterhaltung erklärt er sich bereit, mich in das ansonsten für die Öffentlichkeit geschlossene Kloster mit „einzuschleusen“. Als endlich nach langem Warten eine Nonne die Pforte öffnet, wimmelt sie überraschenderweise den Stromableser zügig wieder ab und zeigt wesentlich mehr Verständnis für meinen Wunsch die Kirche zu fotografieren. Nicht ganz zu Unrecht gelten kirchliche Einrichtungen in Rom als äußerst schlechte Zahler von Strom- und Wasserrechnungen. Der ehemalige Bürgermeister Rutelli hatte schwere Verstimmungen mit dem Vatikan riskiert, als er die Bezahlung von seit den 50er Jahren offenen Abwasserrechnungen verlangte. Der beleidigte Papst Johannes Paul II sagte daraufhin ein Dutzend Gottesdienste in Rom ab, ignorierte aber weiterhin die Mahnbescheide.

    Also mein Glück, dass ich im Vergleich der angenehmere Besucher war. Doch zu einem Gespräch ist die Schwester nicht aufgelegt. Fragen nach dem Architekten Francesco Borromini kontert sie mit einem kurzen Fingerzeig auf die von ihm geschaffene Cappella Landi. Dann steckt sie ihre Nase in ihr Gebetbuch als unmißverständliches Zeichen, dass die Unterhaltung beendet ist. Schon gar nicht möchte sie über den Reliquienhandel sprechen. Das Kloster gilt als letzte Umsatzstelle der katholischen Kirche für die Überreste ihrer Märtyrer. Wer z.B. den Schienbeinknochen eines Heiligen erwerben möchte muss sich an dieser Anlaufstelle einfinden. Nun gut, vielleicht kann ich ein anderes Mal mehr zu diesem interessanten Thema recherchieren.

    Die barocke Umgestaltung der Kirche ist dafür offensichtlicher. Im 16. Jahrhundert übernahmen die Schwestern des Augustinerordens das uralte Gebäude. 1596 beauftragten sie den vom Luganer See stammenden Architekten Carlo Maderno mit der Neugestaltung ihrer Kirche und des Klosters. Maderno gehörte zu einer ganzen Architektendynastie, die aus dem heutigen Tessin nach Rom kam, um der Ewigen Stadt ihren Stempel aufzudrücken. Er arbeitete zuerst in der Werkstatt seines Onkels Domenico Fontana. Als dieser wegen Unterschlagungen Rom verlassen musste, übernahm er dessen Geschäfte. Ein Auftakt zu einer steilen Karriere, die Maderno 1603 bis zum Baumeister des Petersdom führte. Die Baustelle in der Via in Selci lief spätestens dann wohl nur noch nebenher und kam sehr schleppend voran. 1637 „erbte“ Francesco Borromini den unvollendeten Bau von seinem zwischenzeitlich verstorbenen Onkel Carlo Maderno. Für ihn hatte Santa Lucia in Selci sicher weit größere Bedeutung. Er hatte gerade im Streit seinen Chef Gian Lorenzo Bernini verlassen. Einen Streit, den beide mit viel Herzblut bis zu ihrem Tod weiterführten. Borromini war dringend auf Aufträge angewiesen.
    Santa Lucia in Selci, Cappella LandiSanta Lucia in Selci
    Borromini gestaltete den Innenraum der Kirche. Doch wer hier die geschwungenen, verdrehten und verschränkten Formen erwartet, für die der kreativste Architekt Roms bekannt wurde, wird enttäuscht sein. Die Formgebung ist noch ganz dem strengen Barock seiner lombardischen Heimat (zu dem damals noch das Tessin gehörte) verhaftet. Die mit Bildmedaillons belegten Pfeiler der Cappella Landi, sein Hauptwerk in der Kirche, erinnern noch an die Renaissance. Doch die ganz unborromineske Ausstattung hat eine angenehme elegante Ausstrahlung.

    An der Außenfassade kam die Barockisierung nur in einem relativ bescheidenen Portal zum Ausdruck. Ansonsten zeigt sie sich noch so, wie sie im 6. und 7. Jahrhundert geschaffen wurde, als mehr auf Wehrhaftigkeit, denn auf Schmuck Wert gelegt wurde. Doch wer genau hinsieht, entdeckt noch ältere Spuren. Im östlichen Drittel der Fassade zeichnen sich deutlich zugemauerte Arkaden ab. Die Reste eines antiken Gebäudes.

    Auf die Spur dieses Baues kommen wir, wenn wir uns die Forma Urbis Romae anschauen. Diese war ein riesiger und ausgesprochen genauer Stadtplan Roms, der unter Kaiser Septimus Severus Anfang des 3. Jahrhunderts in Marmorplatten geritzt wurde. 1.186 Scherben wurden bisher gefunden und in jahrelanger noch nicht abgeschlossener Arbeit lokalisiert und identifiziert. Doch wir haben Glück. Der Standort unseres Klosters findet sich auf einem Fragment wieder. Die Via in Selci war damals der Clivus Suburanus. Das Gebäude, das an ihn angrenzt, ist sogar deutlich lesbar beschriftet. Es ist die Porticus Liviae, über deren Entstehung wir recht gut Bescheid wissen.

    Publius Vedius Pollio kam aus einer Familie freigelassener Sklaven und erwarb im ersten Jahrhundert vor Christus unermeßlichen Reichtum. Er war für seine ausschweifenden Feste bekannt. Da er sich Kaiser Augustus, der ihn förderte, verpflichtet fühlte, vererbte er ihm sein Anwesen am Esquilin in Rom. Augustus errichtete darauf zu Ehren seiner Frau Livia einen öffentlichen Garten mit einem ihn umgebenden Säulengang ein. Eben die Porticus Liviae. Die Anlage von der Größe eines Fußballfeldes war mit Bäumen bepflanzt. Zwischen Blumenbeeten standen Statuen und in der Mitte war ein großer Brunnen. Ein beliebter Erholungspark im damals schon lauten und chaotischen Rom, der von dessen Bürgern bis zum Ende des Römischen Reichs gerne genutzt wurde. In der Völkerwanderungszeit wurde das grüne Kleinod zerstört. Erst Anfang des 6. Jahrhunderts wurde in einem Winkel des Säulengangs das bescheidene Kloster eingerichtet. Ich habe einmal versucht, das Stück der Forma Urbis über den heutigen Stadtplan zu legen. Die Porticus ist heute noch gut in der Form der Gebäude ablesbar und zeigt die Kontinuität der Stadt über mehr als 2000 Jahre.

    Stadtführung durch die Römischen Altstadt

    Stück der Forma UrbisLage des KlostersPorticus Liviae in der heutigen Stadt

  • Wo wohnte eigentlich der Apostel Paulus in Rom?

    Case di PaoloIch weiß nicht, ob ihr euch diese Frage schon mal gestellt habt. Falls ihr nach Rom reisen wollt, ist euch wahrscheinlich die Frage wichtiger, wo ihr denn in Rom wohnen werdet. Für die Menschen im Mittelalter war das anders. Die zerbrachen sich ganz gewaltig den Kopf ,wo der zweit wichtigste Apostel nach Petrus in Rom genächtigt hat, galt dieser Ort doch als verehrungswürdig. Paulus kam als Gefangener nach Rom, da er als römischer Bürger nach seiner Verhaftung an den Kaiser appellieren konnte. Doch man steckte ihn nicht in einen Kerker, sondern erlaubte ihm, zusammen mit einem Soldaten, der ihn bewachte, eine Mietwohnung zu beziehen. Wohlgemerkt, das ist eine wenig gesicherte Legende. Man nahm an, dass er im Wohnviertel der Juden am Tiberufer wohnte, das nach seinem feinen Sand lateinisch Arenula hieß. Der Name schliff sich über die Jahrhunderte zum heutigen Regola ab. Man kann sich darüber streiten, ob sich Paulus mehr als Christ oder als Jude gefühlt hat, aus der Apostelgeschichte im Neuen Testament geht jedoch klar hervor, dass er auf seinen Reisen praktisch ausschließlich in Synagogen gesprochen hat und in jüdischen Gemeinden gewohnt hat.

    Jedenfalls ist das Zimmer, in dem Paulus gewohnt haben soll, heute eine Kapelle in der Kirche San Paolo in Regola; einer Kirche, die allerdings erst 1186 in einer Papstbulle erstmals erwähnt wurde. 1728 wurde die Kirche von Giacomo Ciolli und Giuseppe Sardi barock neu erbaut. Das Zimmer des Paulus hat dabei jede antike Atmosphäre verloren. Aber schon im Mittelalter konnten die Römer sich nicht recht vorstellen, dass der Apostelfürst in dieser Kammer gehaust haben soll. So bekam ein Komplex von sieben gotischen Wohnhäusern aus dem 12. Jahrhundert in der Nachbarschaft den Namen „Case di San Paolo“. Für den Bau des neuen Justizministeriums ab 1913 sollten sie eigentlich abgerissen werden, doch eine Bürgerinitiative wehrte sich erfolgreich dagegen. So sind sie heute, ein bisschen überrenoviert, in das Ministerium mit einbezogen und geben einen guten Eindruck vom Stadtbild Roms im Mittelalter.

    San Paolo alla Regola San Paolo alla Regola

    Doch wer tatsächlich antike Gebäude sucht, kommt in diesem Viertel auch auf seine Kosten. Als die Gemeinde Rom in einem Nachbarhaus von San Paolo eine Kinderbücherei einbauen wollte, stieß man auf Mauern aus der Zeit von Kaiser Septimius Severus (193 - 211), die sich über vier Stockwerke, zwei im Untergeschoss, zwei über der Erde, erstrecken. In dieser Zeit wurden Lagerhäuser, die hier am Flusshafen standen, in Wohnhäuser umgebaut. Nach einem Brand wurden diese Häuser in der Zeit von Kaiser Konstantin erneuert und die Mauern verstärkt. Im Mittelalter wurde eines der Häuser in ein Haus mit Turm, ähnlich der zuvor beschriebenen Häuser umgebaut. Heute kann man hier eine erstaunliche Kontinuität über fast 1800 Jahre besichtigen.

    Doch ob Paulus hier gewohnt hat? Die Frage können wir leider nicht klären. Genauso wenig wie die, ob alle seine vielen Briefe tatsächlich von ihm stammen. Einer geht jedenfalls nachweislich auf Robert Gernhardt zurück:

    Paulus schrieb den Irokesen:
    Euch schreib ich nichts, lernt erst mal lesen.
    Case di Paolo
  • Ein Weib mit ungeheurem Talent

    Die meisten Touristen, die von der Fontana di Trevi zur Spanischen Treppe ziehen gehen an dieser Kirche achtlos vorbei. Doch man sollte zumindest einmal den Blick heben um das beeindruckende Ensemble von Sant’Andrea delle Fratte mit dem schönen Glockenturm, dass sich über den Dächern Roms erhebt zu betrachten.

  • Hoch auf dem Kapitol in Rom steht eine Kirche, deren schlichte Fassade unterschätzen lässt welche Kunstschätze sich dahinter verbergen. Nicht nur Kunst auch eine ganze Menge Geschichten und Legenden sind mit diesem Platz verbunden. Für die Römer ist in der Weihnachtszeitnicht der Petersdom die wichtigste Kirche sondern Santa Maria in Aracoeli, denn hier wohnt das römische Christkind.

  • Gozzolis Madonna mit Engeln in Sermoneta

    Unser Silvesterausflug führte uns in die Lepinischen Berge, zu den kleinen Städtchen Normaund Sermoneta. Besonders Sermoneta bewahrt eine intakte mittelalterliche Altstadt, die sich rund um einen Ausläufer der Berge mit dem Castello Caetani an der Spitze erstreckt.

  • 2009_0718castel_sant_elia_0081.jpg

    Wenn man von der alten Römerstraße der Via Cassia zur nicht weniger geschichtsreichen Via Flaminia wechselt, kommt man durch das idyllische Städtchen Castel Sant'Elia, das bereits in vorrömischer Zeit von den Faliskern besiedelt war. Gleich hinter der ummauerten Altstadt biegt rechts eine kleine Straße ab und man fällt förmlich in eine tiefe Schlucht, einen Canyon, von dem man auf der Hauptstraße noch keine Ahnung hatte. Zwischen den steilen Felswänden steht eine auf den ersten Blick unscheinbare Kirche. Im Jahr 557 wurde das dem Propheten Elias geweihte Kloster zum ersten Mal erwähnt. Doch die aktuelle Kirche wurde im 11. Jahrhundert vom Abt Elia, der so zum zweiten Namenspatron wurde, errichtet. Allerdings wurden dabei Teile der der alten Kirche wiederverwendet. So die Portale, die mit Flechtwerk aus der Zeit der Langobarden verziert sind. Wenn man genau hinsieht erkennt man Männlein die sich darin verheddern und Jonas, der vom Wal verschlungen wird.

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    Diese Kirche ist wirklich ein Bauwerk für das man sich Zeit lassen sollte. Im Inneren sind romanische Fresken erhalten, die man in dieser Ausführlichkeit in Mittelitalien nicht ein zweites Mal findet. Das sind Bilder die zur Entdeckung einladen. Bei vielen ist die Bedeutung auch noch ungeklärt. In der Apsis findet man Christus mit Elias, Petrus und Paulus und einem vierten unidentifizierten Heiligen, darunter die zwölf Lämmer Gottes. Ungewöhnlich die Darstellung von Jungfrauen, die Kronen herbei tragen. Angeführt von zwei Engeln, mit ganz eigenartigen spiralförmigen Geräten in der Hand. Herr Däniken übernehmen Sie. Auf der rechten Seite sieht man eine ausführliche Darstellung der Apokalypse. Auf der linken Seite findet man zwischen den romanischen Heiligendarstellungen das Porträt einer jungen Frau, das offensichtlich erst viel später, wohl im 14. Jahrhundert angefügt wurde. Was hat diese Dame in diese Kirche verschlagen. Sie schaut etwas gelangweilt, missmutig dem Besucher entgegen. Kein Wunder, es ist die heilige Odilia, Patronin des Elsass mit einem bewegten Leben.

    Schaut euch in der Kirche um, ihr findet noch viel mehr Eigentümlichkeiten. Am meisten faszinieren mich jedoch fünf Männlein am Kapitell ganz vorne linksFigurenkapitell in der Kirche. Während die anderen Säulen aus römischen Ruinen zusammengeklaubt wurden, hat sich hier ein Meister in der Zeit verwirklicht, als in Castel Sant'Elia die Langobarden herrschten. Sie schauen mit großen Augen von ihrem Platz herunter und halten sich ein bisschen verängstigt an den Händen. Aliens aus einer weit zurückliegenden Zeit. Und trotzdem anrührend. Man will ihnen zurufen; „Habt keine Angst. Ihr könnt herunter kommen. Die Völkerwanderungszeit ist vorbei. Es fallen keine Barbaren mehr plündernd ein." Doch sie bleiben dort oben und verbergen ihre Gedanken seit gut 1200 Jahren. Wir wissen nicht wer sie sind, die fünf Männlein, woher sie kommen und was mit ihnen geschah. Aber sie sind Boten aus einer geheimnisvollen Vergangenheit.

    Basilica Sant'Elia

    Lage der Basilica Sant'Elia

    Basilica Sant’Elia, Castel Sant’Elia VT auf einer größeren Karte anzeigen

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  • Vierzig Stunden Gebet

    Zu Osternsteht natürlich der Papst in Rom im Mittelpunkt. Zwischen Palmsonntag und Ostern kann man ihn fast täglich bei verschiedenen Ereignissen erleben. Seit der Papst Franziskus heißt, sind dies alles Massenereignisse. Wer z.B. mit dem Papst den Kreuzweg am Kolosseum am Karfreitag zelebrieren möchte, sollte sich schon drei Stunden vorher einfinden um einen guten Platz zu bekommen. Doch ich kann noch eine atmosphärisch sehr schöne Alternative empfehlen.

  • Ich habe heute die Kirche Santi Michele e Magno besucht, die besser bekannt als Friesenkerk ist, die Nationalkirche der Friesen und Niederländer. Eine uralte Kirche, die direkt neben dem Petersplatz liegt aber trotzdem so versteckt ist, dass sie kaum jemand findet.

  • Die Hafenstadt Terracina liegt ungefähr 100 km südlich von Rom, man muss nur der Via Appia folgen. Da sich die Königin der Straßen hier durch eine Engstelle zwischen Bergen und Meer zwängen muss, war Terracina schon immer von strategischer Bedeutung.

  • Trastevere ist sicher der stimmungsvollste Stadtteil Roms, rechts des Tibers gelegen. Das Viertel unterhalb des grünen Hügels Gianicolo vereint romantische mittelalterliche Gassen, uralte Kirchen und Reste aus der Antike. Abends verwandelt es sich in eines der beliebtesten Ausgehviertel der Stadt.

  • Donato Bramante, der große Renaissancebaumeister kam kurz vor dem Heiligen Jahr 1500 von Mailand nach Rom. Noch bevor er den ersten Plan für den Neubau des Petersdoms zeichnete führte er einen kleinen, aber wichtigen Auftrag aus.

  • Die Baugeschichte der Kirche an der Piazza Navona

    Sant’Agnese in Agone ist eine der bekanntesten Kirchen Roms, denn sie bestimmt mit ihrer Kuppel die bei Touristen beliebte Piazza Navona und ist daher häufiges Fotomotiv. Doch bildet sie nicht nur den Hintergrund für den Vierströmebrunnen. Sie hat auch selbst eine interessante Geschichte.

    Ihren Beinamen verdankt sie dem antiken Agon (Wettkampf) der im Stadion des Domitian stattfand, über dem sie errichtet ist.

  • Perin del Vaga, Pietà in Santo Stefano del Cacco, 1519, Ausschnitt

    Wie der Heilige Stefan zum dummen Affen kam.

    Nicht jede der fast 1000 Kirchen Roms hat eine prächtige, unübersehbare Fassade. Mancher wird wahrscheinlich an der Kirche Santo Stefano del Cacco vorbei laufen ohne sie überhaupt als Kirche wahrzunehmen. Der Eingang der Kirche ist in die schmucklose Fassade des Klosters der Silvestriner integriert, die 1563 die Kirche von Pius IV. bekamen und die Kirche in der Folge barock ausstatteten.

  • Am 30. August 2018 stürzte der Dachstuhl der Kirche San Giuseppe dei Falegnami ein. Zerstört wurde dabei eine der schönsten barocken Holzdecken Roms.

  • Eigentlich bringt ja die Befana, die Weihnachtshexe, die Geschenk traditionell in Rom am 6. Januar. Trotzdem spielt hier ein Christkind in der Weihnachtszeiteine wichtige Rolle, das Bambino Gesù von Aracoeli.

  • Der Ursprung des Valentinstags in Rom

    Eigentlich müsste ja heute in der Kirche Santa Maria in Cosmedin am römischen Tiberufer viel los sein. Nicht wegen der Bocca della Verità, dem Wahrheitsmund, berühmt durch die Filmszene mit Audrey Hepburn und Gregory Peck, der in der Vorhalle aufgestellt ist. Denn hier hat der Valentinstag seinen Ursprung.

  • Nicht weit vom Pantheonbefindet sich die kleine Kirche Santa Marta, die seit 150 Jahren keine Kirche mehr ist. Ein Besuch lohnt sich jetzt aber trotzdem.

  • Ich habe den heutigen Nachmittag in Viterbo verbracht. Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz nördlich von Rom hat eine große, gut erhaltene mittelalterliche Altstadt. An einem sonnigen Novembertag macht es Spaß sich durch die Gassen treiben zu lassen. Man findet zahlreiche interessante Fotomotive. Im Caffè Schenardi, einem der schönsten Cafés weit und breit habe ich mich ganz unitalienisch mit Kaffee und Kuchen gestärkt.

  • Der Versuch einer Ehrenrettung

    Es lohnt sich einen Blick in die Kirche der Santa Trinità dei Monti oberhalb der Spanischen Treppe zu werfen. Dort findet man wertvolle Kunstwerke, allen voran Fresken von Daniele da Volterra.

  • Santa Maria in Aracoeli, die uralte Kirche auf dem römischen Kapitol ist so interessant, dass sie mehr als einen Artikel verdient, meine ich. Daher werde ich hier nach und nach meine Erkenntnisse veröffentlichen:

    Die Geschichte
    Das Christkind von Aracoeli

  • Es kommt nicht immer auf die Größe an. Die kleinste und vielleicht versteckteste Kirche Roms überrascht mit neoklassizistischer Eleganz. Wer von der Piazza Venezia zum Trevibrunnenunterwegs ist, sollte einen Besuch einplanen.

  • 46 km nordöstlich von Rom liegt der hübsche kleine Ort Vicivaro im Tal des Aniene, des größten Nebenflusses des Tibers. Der Ort hat eine Geschichte die bis in vorrömische Zeit zurückreicht. Ein kleines Juwel findet man an der zentralen Piazza San Pietro. Eine Kapelle, die den Übergang von der Gotik zur Renaissance darstellt.

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