• Auch in den Vororten Roms findet man viele interessante Überbleibsel der Geschichte. So im Norden das vermeindliche Grab Kaiser Neros.

  • Wir wissen kaum etwas über Pomponius Hylas und seine Ehefrau Pomponia. Doch das Familiengrab, das das Ehepaar hinterließ, ist ein wahres Schmuckkästchen, das jedoch gut versteckt ist. In dem kleinen Häuschen in einem Eck des Parco degli Scipioni, an der Porta Latina in Rom, werden die meisten Spaziergänger Gartengeräte vermuten, doch geht hier die Treppe in die Tiefe zum Columbarium.

  • In der Pyramide - Die Cestius-Pyramide

    Die Pyramide ist zur Zeit nur eingeschränkt zu besichtigen. Termine am 2. und 4. Samstag des Monats.

    Stadtführung durch die Römischen Altstadt

    Sie denken, um Pyramiden anzuschauen müssten Sie nach Ägypten fahren? Falsch auch in Rom gibt es eine leibhaftige antike Pyramide. Seit gut 2000 Jahren begrüßt die Cestius-Pyramide Roms Besucher wenn sie durch die Porta San Paolo in die Stadt kommen. Sie ist allerdings trotzdem eine eher unbekannte Sehenswürdigkeit. Touristen bemerken sie meistens nur zufällig beim Vorbeifahren. Der Bestseller-Autor Dan Brown hat in seinem Roman Professor Langdon ganz Rom nach Pyramiden als Zeichen für die „Illuminati“ absuchen lassen. Eigenartig, dass er ausgerechnet die größte und auffälligste Pyramide übersehen hat.

    Cestius-Pyramide neben der Porta San PaoloCestius-Pyramide

    Ein Grund warum die Pyramide, obwohl unübersehbar, kaum beachtet ist, mag daran liegen, dass man normalerweise nur ihr glattes, steinernes Äußeres besichtigen kann. In Zusammenarbeit mit der Gruppe Sotterranei di Roma kann ich Sie allerdings ausnahmsweise zu einer Besichtigung einladen.

    Doch zuerst ein genauerer Blick von Außen. Es stellt sich natürlich die Frage, wer war denn dieser Caius Cestius, der sich dieses exquisite Grabmal kurz vor Christi Geburt errichten ließ?

    Um ehrlich zu sein, wir wissen nicht allzu viel über ihn. Alle Informationen die wir haben, stammen von seiner Pyramide. Zum Beispiel aus der großen Inschrift, die vorn und hinten, je gleichlautenden eingemeißelt wurde:

    C CESTIUS L F POB

    EPULO PR TR PL VII VIR EPULONUM

    Wir lesen seinen Name und seine Herkunft: C(aius) CESTIUS L(ucii) F(ilius) POB(ilia)

    Caius Cestius, Sohn des Lucius aus dem Tribus (Stimmbezirk) Pobilia.

    Und seine Titel: EPULO PR(aetor) TR(ibunus) PL(ebis) VII VIR EPULONUM

    Er war Prätor, also der Stellvertreter des Consuln, des Regierungschefs. Dafür wurde man in der Regel für ein Jahr gewählt. Da man für diese Ämter mindestens 40 Jahre alt sein mußte, kann er nicht als allzu junger Mann gestorben sein. Zudem war er Volkstribun (Tribunus Plebis) und Mitglied der Septemviri (VII VIR) Epulonum, einem Priesterkollegium, das für die Ausrichtung eines Kultmahls für Jupiter zuständig war. Ein weiteres Zeichen, dass Caius ein ausgesprochen angesehener Mann war, und ein nicht zu armer, denn dieses Kultmahl mussten die Septemviri selbst bezahlen.

    Seinen Reichtum hat er möglicherweise mit dem Handel mit der neuen römischen Provinz Ägypten verdient. Das brachte ihn vielleicht darauf, sich wie einen kleinen Pharao bestatten zu lassen. Oder hing er nur der neuen Mode an, die seit dem Einzug Kleopatras in Rom grassierte. Viele vornehme Römer fanden damals alles Ägyptische absolut hip.

    Inschriften auf der Cestius-Pyramide

    Tatsächlich gab es noch mindestens drei weitere Pyramiden aus dieser Zeit. Zwei sollen an der Piazza del Popolo, anstelle der Zwillingskirchen am Beginn des Corso gestanden haben und eine zwischen Engelsburg und Petersdom. Letztere wurde abgerissen um, anläßlich des Heiligen Jahrs 1500, eine Straße zu verbreitern. Die Marmorquader ließen sich, wie praktisch, als kostenloses Baumaterial für den Petersdom verwenden.

    Diesem Schicksal entging unsere Pyramide wohl, weil Kaiser Aurelian (270 - 275) sie in seine Stadtmauer einbaute. So blöd war man im Mittelalter auch nicht, die Pyramide abzutragen und damit eine Schneise in die lebenswichtige Schutzmauer zu schlagen.

    Eine weitere Inschrift befindet sich auf der Ostseite:

    OPUS APSOLUTUM EX TESTAMENTO DIEBUS CCCXXX

    ARBITRATU

    PONTI P F CLA MELAE HEREDIS ET POTHI L

    Das heißt: das Werk wurde fertiggestellt auf Grund des Testaments in 330 Tagen unter Leitung des Pontius Mela, des Sohnes des Publius, aus der Tribus Claudia, mit dem Freigelassenen Pothus.

    Zu welcher Zeit dies geschah, erschließt sich aus der Inschrift einer Säulenbasis, die allerdings heute im Kapitolinischen Museum steht. Denn auf deren Inschrift beklagt sich die Familie von Cestius, dass golddurchwirkte Stoffe die bei der Beerdigung zum Einsatz kommen sollten, verkauft werden mussten. In einem Gesetz aus dem Jahr 18 v.Chr, wurden nämlich solche übermässig luxuriöse Begräbnisse verboten. Außerdem geht aus der Inschrift hervor, dass Markus Agrippa, der Neffe von Augustus, einer der Erben des Cestius war. Da dieser selbst 12 v. Chr. starb, haben wir so ein Zeitfenster von 6 Jahren für den Tod des Caius und den Bau der Pyramide. Von dem Geld, dass man so bei der Beerdigung einsparte, ließ die Verwandtschaft zwei Bronzestatuen des Caius herstellen, die auf Säulen vor der Pyramide aufgestellt waren. Man hat nur einen Arm und ein Bein von ihnen gefunden, die heute im Magazin des Kapitolinischen Museums schlummern.

    Es ist erstaunlich wieviel wir aus der mageren Aktenlage über Caius Cestius herauslesen können. Cestius war also ein vornehmer, reicher Mann mit Einfluss, der vermutlich mit Agrippa beim Feldzug gegen Kleopatra teilnahm und möglicherweise später Geschäftsbeziehungen nach Ägypten unterhielt. Und dabei sein Faible für den Orient entdeckte.

    Gang in die Pyramide

    Doch nun bewegen wir uns durch einen schmalen, niedrigen Gang in die Pyramide hinein, in die einfache 4 m auf 6 m große Grabkammer. Es fällt gleich auf, dass im linken Eck gegenüber noch ein Tunnel mündet. Tatsächlich hat die römische mit den ägyptischen Pyramiden noch eine Gemeinsamkeit. Sie wurde von Grabräubern geplündert. Irgendwann im Mittelalter, haben unbekannte Glücksritter, vielleicht ausgehend vom Keller eines Hauses in der Nähe, einen Stollen gegraben. Sie waren wirklich Profis, denn sie haben die Grabkammer direkt getroffen. Aber vermutlich war die Enttäuschung um so größer, denn anders als die Ägypter gaben die Römer ihren Toten keine reichen Grabbeigaben mit. Die Grabräuber haben aus Verzweiflung noch die Rückwand und das Fresko im Tonnengewölbe aufgestemmt, in der falschen Hoffnung, da wäre vielleicht noch ein Schatz eingemauert. Gaius Cestius war jedoch kein römischer Tutanchamun. Und als Papst Alexander VII. 1663 die Pyramide, und damit den offiziellen Zugang, wieder freilegen ließ, fand man nur ein leeres Grab. Selbst die sterblichen Überreste von Caius Cestius und seiner Familie, die wahrscheinlich auch hier begraben wurde, sind verschwunden.

    GrabkammerGrabkammer

    Aber noch ein Blick auf die Fresken der Grabkammer. Der Schmuck ist sehr sparsam und zurückhaltend. Von Stil und Inhalt ist die Ausstattung gar nicht mehr ägyptisch, sondern ganz der römischen Tratition verhaftet. Der weiße Putz und die Girlanden und Vasen machen einen heiteren Eindruck. An den Wänden sieht man einige sitzende oder stehende Figuren. Und an der Decke vier Engel. Nein eigentlich sind die vier Damen mit entblöster Brust und großen Flügeln keine Engel. Sie stellen die Siegesgöttin Victoria dar und sollen wohl das erfolgreich Leben des Cestius symbolisieren. Die Siegesgöttin ist vielleicht auch ein Hinweis, dass Cestius tatsächlich an der Eroberung Ägyptens teilnahm. Kurz vor dem Bau der Pyramide, 29 v.Chr., ließ Augustus im Senat einen Altar mit einer Statue der Victoria aufstellen. Er erinnerte damit an seinen Sieg über Kleopatra und Marcus Antonius. Victoria sollte Symbol dafür sein, dass nun im Römischen Reich Frieden herrschen sollte, was zumindest in der Regierungszeit von Augustus auch gelang. Erst 400 Jahre später wurde die Victoria, nach einem langen Disput zwischen Heiden und Christen, wieder aus dem Senatsgebäude entfernt. Ambrosius, der Bischof von Mailand, konnte den Kaiser überzeugen, den unchristlichen Altar auf den Müll der Geschichte zu werfen. Die Planstelle der Victoria übernahm künftig der Erzengel Michael.

    Doch langfristig hatte Ambrosius keinen Erfolg. Die Siegesgöttin ist immer noch allgegenwärtig. Zum Beispiel fliegt sie als Gold-Else (auf der Siegessäule) über Berlin. Oder viel banaler. Schaut mal in euren Schuhschrank. Haben eure Sportschuhe keine drei Streifen, dann prangt wahrscheinlich der stilisierte Flügel der Victoria darauf. Wobei die Vermarktung der Treter unter dem griechischen Pseudonym der antiken Göttin erfolgt: Nike. Und so hilft Victoria heute, 2000 Jahre nach Caius Cestius, zum Beispiel Miroslav Klose bei Bundesligatoren. Und ich wundere mich selbst, wie ich es geschafft habe den Bogen von einer antiken Pyramide in Rom zum FC Bayern zu schlagen.

    Viktoria

    Die Cestius-Pyramide in Rom

     

    piramide Cestia, Roma auf einer größeren Karte anzeigen

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  • An der sechsten Meile steht das größte Grabmal der Via Appia. Mit einem Durchmesser von 35 Metern übertrifft es das Grabmal der Cecilia Metella (30 Meter). Das Grabmal wir wohl aus der Zeit von Kaiser Augustus stammen. Der Archäologe Luigi Canina errichtete neben dem Grabmal eine Ziegelwand mit Fragmenten von Marmorverkleidung, die nach neuester Forschung jedoch zu einem anderen Grabmal gehört.

  • An der Via Appia kann man den riesigen Circus des Maxentius und das Grab des Romolus besichtigen.

    Anfang des vierten Jahrhunderts war das Römische Reich unter vier Kaisern aufgeteilt. Vier Kaiser die in Trier und Mailand, in Syrien und der heutigen Türkei residierten. Da die Römer befürchteten, dass ihnen nun auch noch die letzten Hauptstadtfunktionen verloren gehen könnten, erhob die Prätorianergarde den Sohn von Kaiser Maximian, Maxentius, am 28. Oktober 306 n.Chr. zu ihrem Herrscher.

  • Das eindrückliche Grabmal der berühmten römischen Familie an der Via Appia Antica ist wieder zu besichtigen. Das in den Tuff gegrabene ca. 2300 Jahre alte Grab wurde in den letzten Jahren restauriert. Es befindet sich knapp innerhalb der Porta San Sebastiano, dem Tor der Via Appia.

    Da waren die Gebrüder Sassi überrascht, als sie unter ihrem Haus an der Porta San Sebastiano den Weinkeller erweitern wollten. Im Jahr 1780 hatten sie durch Zufall eine große antike Grabanlage entdeckt. In dunklen Gängen standen zahlreiche massive Sarkophage.

  • Es lohnt sich, wenn man die Via Appia entlang geht auch auf Details zu achten. Man trifft auf zahlreiche Inschriften, die zum großen Teil von Grabmalen stammen. Im 19. Jahrhundert wurde die Via Appia Antica, als antiker Straßenverlauf wiederentdeckt, dabei tat sich vor allem der Archäologe Luigi Canina hervor, der zahlreiche Bruchstücke von Grabmälern ausgrub und teilweise entlang der Straße an Mauern und rekonstruierten Grabmälern drapierte.

  • Eine Prieserin der Isis an der Via Appia.

    An der Via Appia Antica finden sich zahlreiche Grabmäler der unterschiedlichsten Größen und Bauarten, doch kaum ein Grab ist tatsächlich Personen zuzuordnen. Ein Grabmal, dessen Inschrift gut lesbar ist, ist das der Rabirii. Wenn wir eine halbe Stunde von der Basilika San Sebastiano stadtauswärts wandern treffen wir auf die Steintafel mit drei Porträtbüsten der Familie Rabirius.

  • Ein Film aus Marmor

    Die Trajanssäule hat 1900ten Geburtstag. Am 12. Mai 113 wurde die große Reliefsäule die man am Rand der Piazza Venezia in Rom findet eingeweiht.

  • Der Arberini-Sarkophag in Santa Maria sopra Minerva

    In der Kirche Santa Maria sopra Minerva findet man versteckt ein besonderes Kunstwerk. Ein vorchristlicher Sarkophag, wahrscheinlich ein griechisches Kunstwerk, zeigt Herkules im Kampf mit dem Nemëischen Löwen.

  • In der kleinen Gasse, die zur Kirche Santo Stefano del Cacco führt, lehnt am Palazzo Altieri ein antiker Sarkophag.

  • Mausoleo dei Plauzi - Monument in Not

    Es gibt Monumente der Antike in Rom, die mit Millionenaufwand restauriert werden und, die Millionen Touristen anlocken. Zum Beispiel das Kolosseum. Andere Monumente verschwinden hinter Betonmauern und bröseln vergessen ihrem Verfall entgegen.

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