• Der vergessene Triumphbogen

    Malborghetto

    Kurz bevor man auf der Via Flaminia Rom über die nördliche Stadtgrenze verlässt, in der Nähe des verschlafenen Bahnhofs von Sacrofano, sieht man rechts ein eigenartiges, großes Ziegelgebäude. Es lohnt sich noch einmal umzudrehen, über den kleinen Bahnübergang zu fahren und sich dieses Anwesen etwas genauer anzuschauen. Denn hier handelt es sich, auf den ersten Blick kaum sichtbar, um das Denkmal für eines der wichtigsten weltgeschichtlichen Ereignisse.
    Am 27. Oktober 312 hatte hier Kaiser Konstantin, einen Tagesmarsch vor Rom, sein Heerlager aufgeschlagen. Konstantin war zu diesem Zeitpunkt nur einer von vier Kaisern des Römischen Reichs und zuständig für Britannien, Gallien und Germanien. Doch er wollte die alleinige Macht. Und so zog er mit 40.000 Mann der Rheinarmee gegen seinen Widersacher Kaiser Maxentius in Rom. Hier in Malborghetto, einen Tag vor der entscheidenden Schlacht an der Milvischen Brücke, hatte Konstantin eine Vision. Ihm erschien im Himmel ein Kreuz mit der dazugehörenden Erklärung: In hoc signo vinces, in diesem Zeichen wirst du siegen. Konstantin verwendete daraufhin das Christusmonogramm als Feldzeichen. Mit Erfolg.
    Maxentius hatte sich eigentlich eine raffinierte Strategie ausgedacht. Er wollte den Truppen Konstantins etwa dort wo heute die Studios der RAI in Saxa Rubra stehen, den scheinbaren Durchstoß durch seine Truppen erlauben, um dann hinter ihnen die Reihen wieder zu schließen und sie am Nordufer des Tiber einzukesseln. Den Ponte Milvio hatte er dafür zerstören lassen. Doch es kam anders, plötzlich waren die Verteidiger Roms in der Defensive und standen mit dem Rücken zum Fluss. Maxtentius, der eigentlich in seinem Palast auf die Siegesnachricht wartete, eilte selbst aufs Schlachtfeld. Doch er stürzte im Tumult in den Tiber und ertrank. Konstantin feierte einen grandiosen Sieg, der gleichzeitig als Durchbruch für das Christentum gesehen wird. Auch wenn dieses eher ein schleichender Prozess war. Bereits im Jahr zuvor hatte Kaiser Galerius die Christenverfolgung offiziell beendet. Konstantin und Maxentius standen gleichermaßen hinter dessen Toleranzedikt. Bei der Schlacht an der Milvischen Brücke ging es mehr um die Macht im Reich, als um den Kampf für eine Religion. Erst 391 hatte das Christentum endgültig gesiegt, als Kaiser Theodosius alle anderen Religionen verbot.
    An der Stelle des Heereslagers Konstantin wurde ein großer Triumpgbogen errichtet. Ob noch zu Lebzeiten Konstantins oder später ist ungewiss. Der rechteckige, vierbogige Bau überdachte eine Kreuzung der Via Flaminia mit einer alten etruskischen Straße, die von Veji zum Tiber führte. Die vier aus Ziegeln errichteten Bögen, die später zugemauert wurden sind noch deutlich sichtbar. Von der Marmorverkleidung des einst prächtigen Bauwerks ist dagegen fast nichts mehr zu sehen.

    Rekonstruktion des KonstantinbogensIm Mittelalter wurden die Bögen geschlossen und der Bau in eine Kirche umgewandelt. Sie war jedoch bereits 1256 wieder verschwunden, als ein Burgus San Nicolai de Arcu Virginis, im Besitz der Orsini erwähnt wurde. Die Adelsfamilie hatte den Triumphbogen zu einer Burg, zur Kontrolle der Via Flaminia ausgebaut. Reste der Befestigungsmauern sind heute noch sichtbar. Dieser Name erinnert jedoch sowohl an die Kirche als auch an den Triumphbogen. Diese Festung mit sie umgebenden kleinen Bauernhäusern wurde bereits 1278 direkt an den Vatikan verkauft, bei dem sie bis zur Auflösung des Kirchenstaates blieb.
    Für einige Zeit setzen sich in der Festung Straßenräuber fest, was dem Ort bei der Bevölkerung den Namen Malborghetto (in etwa böses Dorf) einbrachte. Obwohl der Komplex in der Folge die verschiedensten Nutzungen und offiziellen Namen hatte, blieb der Name Mallborghetto an ihm haften. 1350 wird erwähnt, dass hier der Marmor gesammelt wurde, der aus den Ruinen von Veji geklaubt wurde, bevor er zum Dombau von Orvieto abtransportiert wurde. Auch war hier traditionell der Ort, an dem Kardinäle auf dem Weg nach Norden verabschiedet wurden oder wichtige Besucher Roms begrüßt wurden. 1485 verbarrikadierten sich Mitglieder der Familie Colonna in Malborghetto gegen die gegnerischen Orsini. Denen gelang es schließlich mit Hilfe der Bürger des nahen Sacrofano die Festung in Brand zu setzen. Die Zeit als Bollwerk war damit vorbei. Malborghetto war nur noch ein Landhaus, das Casale di Malborghetto, und später Poststation an der Via Flaminia. Heute hat man in ihm ein kleines Museum eingerichtet. Im angrenzenden Park sieht man antike Grabsteine von der Via Flaminia.
    Dieses eigenartige Landhaus, das heute von der Via Flaminia durch die Bahnstrecke Rom - Viterbo getrennt ist, ist also nicht nur eine Wegmarke, die den Beginn des römischen Stadtgebiets anzeigt, sondern auch das vergessene Denkmal für die Zeitenwende von der Antike zum Mittelalter

    Malborghetto


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  • Ein Kilometer südlich des Hauptbahnhofes Termini in Rom steht ein eigenartiges antikes Gebäude. Ein zehneckiger großer Saal mit 24 Metern Durchmesser, mit großen Fenstern und Apsiden.

    Die Ruine wird als Tempel der Minerva Medica bezeichnet, auch wenn man heute sicher ist, dass es dies genau nicht war. Es bekam seinen Namen nach der Götterstatue der Minerva Giustiniani, die dort im 17. Jahrhundert gefunden wurde und heute im Vatikanischen Museum steht. Die Ruine wird heute in der Regel als Nymphäum, also Brunnenhaus bezeichnet, auch wenn es dafür genauso wenig stichfeste Hinweise gibt. Vermutlich war es Teil der Horti Liciniani, der Gärten der Familie der Licinier und wurde möglicherweise in der Regierungszeit des Kaisers Gallienus (253 - 268) erbaut. Ein Kaiser, der nicht zu den fähigsten und glücklichsten zählte. In seiner Regierungszeit brachen die Barbaren in großer Zahl ins Römische Reich ein. Während des Krieges gegen die Goten fiel er einer Verschwörung zum Opfer. Warum dieses aufwändige Gebäude errichtet wurde, ist immer noch ein Rätsel. Die Kuppel, eine der größten der römischen Antike, inspirierte die Architekten der Renaissance. 1828 fiel sie plötzlich und ohne Vorwarnung ein. Damals stand die Ruine, zwar knapp innerhalb der antiken Stadtmauer aber einsam umgeben von Gemüsefeldern.

    Noch andere Statuen wurden im Umfeld der Ruine ausgegraben. Darunter zwei Magistraten, die gerade ein Taschentuch werfen und damit den Startschuss für die Pferderennen im Circus Maximus geben. Man findet sie heute im Kapitolinischen Museum.

    Heute sind die Gleise der Eisenbahn an die Ruine herangerückt und die Straßenbahn tuckert direkt vorbei. Der Bau, der die Archäologen immer noch ratlos lässt, liegt vergessen im römischen Verkehr.

     

  • Die Basilika San Lorenzo in Lucina liegt am gleichnamigen Platz gegenüber dem Palazzo Ruspoli, der bekannt für seine Kunstausstellungen ist. Die auf den ersten Blick schlichte Kirche ist eine wahre Zeitmaschine, die uns durch 2000 Jahre römische Geschichte führt. Als erstes fällt die schöne, schlichte Vorhalle mit ihren sechs antiken Säulen auf, die zwischen barocke Paläste eingeklemmt ist. Dahinter erhebt sich der romanische Campanile. Wir betreten die Kirche durch das alte Portal, das von zwei Löwen flankiert wird. Diese haben jeweils einen Menschen in ihren Fängen und sollen, als eher heidnisches Symbol, das Böse abhalten.

  • Aus drei Tempeln mach eine Kirche

    san-nicola-nach-vasi.jpg

    Stadtführung durch die Römischen Altstadtsan-nicola-in-carcere-002.jpg

    weitere Fotos

    Das Gebiet zwischen dem Kapitolshügel und dem Tiber ist selbst für römische Verhältnisse ausgesprochen reich an Zeugnissen und Kunstschätzen aus gut 2.500 Jahren. Eigentlich zu schade, dass die meisten Touristen nur in einem langen Treck zum Wahrheitsmund, der Bocca della Verità, wandern und bestenfalls einen müden Blick zum Marcellustheater werfen. Gut die Via Petroselli hat durch die Umbauten unter Mussolini ihren mittelalterlichen Charme eingebüßt, den man jedoch in den Seitengassen nach wenigen Metern wieder findet. Doch durch die Ausgrabungen ab den 1930er Jahren haben wir auch viel über die Römische und damit Europäische Geschichte erfahren.

    Hier an dieser Uferebene lag in grauer Vorzeit, als Rom die Ansammlung bescheidener Hirtendörfer auf den berühmten sieben Hügeln war der erste Hafen, oder besser eine Landestelle für Handelsboote. Und so entstand der erste Marktplatz Roms. Später aufgeteilt in das Forum Boarium, den Viehmarkt, und das Forum Holitorium, den Gemüsemarkt. Hier bekam Rom zum ersten Mal Kontakt mit dem Rest der Welt. Vor allem griechische Kaufleute siedelten sich an. Den griechischen Einfluß spürt man noch heute, stehen doch in diesem Viertel noch zwei griechisch-orthodoxe Kirchen.

    Säulen der Spes in der FassadeBereits in der Zeit der Römischen Republik standen hier zahlreiche Tempel und öffentliche Gebäude. Das Forum Holitorium war durch die Fassaden von vier nebeneinander stehenden Tempeln begrenzt. Der nördlichste, der Tempel der Pietas, der Ehrfurcht vor den Göttern, der allerdings selbst keine Ehrfurcht genoss, sondern 23 v.Chr. von Augustus für den Bau des Marcellustheaters abgerissen wurde. Südlich davon stand der Tempel des Janus, des Gottes von Anfang und Ende, der dem Monat Januar seinen Namen gab. Er entstand während des Ersten Punischen Kriegs (264 - 241 v. Chr.). Anschließend der Tempel der Juno Sospita, der wichtigsten römischen Göttin in ihrer Form als Beschützerin des Staates, der um 195 v. Chr. erbaut wurde. Und schließlich der Tempel der Spes, der Göttin der Hoffnung, aus der gleichen Zeit wie der Janustempel. Sie bildeten für mehr als ein halbes Jahrtausend einen recht optimistischen Götterreigen bis sie Ende des 4. Jahrhunderts in Rente geschickt wurden. Im Jahr 395 verbot Kaiser Theodosius die heidnischen Religionen und ließ die Tempel schließen.

    In das Podium des Spestempels wurde eine kleine Kapelle eingebaut, deren Reste heute noch zu sehen sind. Das Fresko in der Apsis ist leider verschwunden.

    Plan nach Lanciano

    Dann begann die Dunkle Zeit, aus der nur noch wenige Nachrichten zu uns dringen. Germanen und Byzantiner kämpften um Rom und trugen dazu bei, dass die antike Millionenstadt zur mittelalterlichen Kleinstadt herabsank. Im Bereich der Tempel des Forum Holitorium fand man Gräber aus dem 6. Jahrhundert. Das uralte Gesetz, dass man innerhalb der Stadt keine Toten begraben durfte wurde nicht mehr beachtet. Und irgendwann, vermutlich im 7. oder 8. Jahrhundert, zog in den Tempel der Juno eine christliche Kirche ein. Der Tempel des Janus wurde statt dessen als Gefängnis genutzt. Dies klingt noch im Namen der modernen Kirche (in Carcere = beim Gefängnis) nach. Im Jahr 1087 hatten Seeleute die Gebeine des Heiligen Nikolaus in Myra, in der heutigen Türkei gestohlen und ins süditalienische Bari gebracht, wo sie noch heute im Dom ruhen. Nur wenige Monate darauf wurde die Kirche im Junotempel eben diesem Nikolaus geweiht. Einmal da er als Patron der Gefangenen hier am richtigen Ort war, zum zweiten da er vor allem in der östlichen Kirche verehrt wurde und in diesem römischen Stadtteil noch immer viele griechische Kaufleute wohnten. Die Tradition, dass Nikolaus die Kinder an seinem Gedenktag beschenkt entstand erst viel später.

    Ausgrabungen unter San Nicola

    Papst Honorius nahm den Einzug des Nikolaus wohl zum Anlass und ließ die Kirche vergrößern. Dabei nutzte man wiederum die alten Tempel, die wohl noch weitgehend intakt waren. Die Zwischenräume zwischen den Tempeln wurden zu den Seitenschiffen der Kirche und die Säulenreihen der Nachbartempel vermauert und als Auswände genutzt. Der Rest dieser Tempel wird wohl als Baumaterial für die mittelalterlichen Häuser verwendet worden sein, die neben der Kirche entstanden. Giuseppe Vasi, der fleißige Vedutenmaler des 18. Jahrhunderts zeigt die Kirche an einem kleinen, eng bebauten Platz. Nur eine Säule an der Fassade, die 1599 von Giacomo della Porta vorgesetzt wurde, erinnert noch an die alten Tempel. Erst als Mussolini in den 1930er Jahren die Straße verbreitern ließ und dafür die Häuser fielen, stieß man wieder auf die drei alten römischen Götter. Die Säulen sind heute an der Seitenfassade der Kirche wieder sichtbar und erinnern daran, dass Nikolaus nur zu Gast bei Juno ist. In den Ausgrabungen unter der Kirche kann man zu den Fundamenten der alten Tempel vorstossen.

    Ein alter Brauch der noch lange im Mittelalter gepflegt wurde geht vielleicht sogar auf Juno als Göttin der Geburt zurück. Mütter gaben hier in der Kirche ihre überschüssige Milch ab, damit man damit Findelkinder nähren konnte.

    Sie haben Interesse an der Besichtigung der Ausgrabungen unter San Nicola? Siehe Stadtführung Nr. 10

    oder Auskunft unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


    San Nicola in Carcere, Roma auf einer größeren Karte anzeigen

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  • Die Ausgrabungen Ferento bei Viterbo

    Während sich im Kolosseum in Rom tausende Besucher gegenseitig auf die Füße treten, findet man 90 km nördlich in einer anderen Ausgrabungsstätte nur Stille. Eine der eindrucksvollsten Ruinen stellt das Theater von Ferentium dar, bei dem die Kombination von Architektur, Geschichte und Landschaft besonders stark zum Ausdruck kommt.

    Doch die Stille liegt nicht nur daran, dass, völlig zu Unrecht, nur wenige Touristen den Weg ins nördliche Latium finden. Leider sind die Ruinen von Ferentium (italienisch Ferento) bis auf weiteres geschlossen, wie ein vergilbtes Schild am Maschendrahtzaun verrät. Erst diesen Mai gab der Bürgermeister von Viterbo, auf dessen Gemarkung Ferento liegt, bekannt, dass nach jahrelanger Vorlaufzeit, ein runder Tisch für die Restrukturierung der Ausgrabungsstätte gebildet wurde. Nun soll ein Plan erstellt werden, was zu tun ist und dann will man die Finanzierung angehen. Leider fiel dem Vertreter des Kulturministeriums dazu nur eine Idee ein. Man könne ja EU-Fördermittel anzapfen. Und das wird der Haken an der Sache sein. Der italienische Staat gibt leider nur noch ca. 5 % dessen für die Unterhaltung von Altertümern aus, was die Bundesrepublik Deutschland investiert. Und das bei einer ungleich größeren Menge Kulturgüter. Doch wenn man nicht mal Stätten wie Pompeji genügend unterhalten kann, wie die Hauseinstürze letzten Jahres zeigten, wie will man dann Mittel für diesen unbekannten Ort in der Provinz auftreiben?

    Deshalb ein bisschen Werbung für Ferentium. Wenn jemand sponsoren will, vermittele ich gerne die Adressen.

    Diese Hügellandschaft wurde vor mindestens 3000 Jahren besiedelt. Im 8. Jahrhundert v.Chr. entstand auf einem Hügel wenige Kilometer südlich von Ferento eine etruskische Stadt, deren ursprünglichen Namen wir nicht kennen und die heute als Acquarossa bekannt ist. In den 1960er Jahren wurden hier Ausgrabungen vom Schwedischen Institut für klassische Studien gemacht, an denen sich übrigens König Gustav VI. Adolf aktiv beteiligte, der ein Faible für Archäologie hatte. Warum die Siedlung um 500 v.Chr. zerstört wurde wissen wir nicht. Die Einwohner siedelten sich nun auf dem Hügel von Ferento an.

    Der Name Ferentium leitet sich möglicherweise vom latenischen „ferrum“ für Eisen ab. Denn die Eisenvorkommen der Gegend begründeten den Reichtum der Stadt. In römischen Dokumenten begegnet uns Ferentium allerdings erst 123 v.Chr. Ein halbes Jahrhundert später wurde der Ort Municipium und damit begann der urbane Ausbau. Die Stadt hatte alle typischen Einrichtungen einer antiken Stadt, auch wenn noch nicht alles, wie das Forum und das Augusteum das mit 60 Statuen geschmückt gewesen sein soll, gefunden wurde. Ausgegrabe wurden aber die Thermen, die heute mit einem, sagen wir diskussionswürdigem, Dach geschützt werden. Schön kann man dort die Reste der Hypokaustenheizungen sehen. Der antiken Fußbodenheizung, bei der heiße Luft zwischen einen doppelten Boden geleitet wurde.

    Das Wahrzeichen ist aber das Theater. Im Mittelalter wurde es in die Befestigung der Stadt einbezogen und hat so den Lauf der Zeiten am Besten überstanden. Es stammt aus dem 1. Jahrhundert n.Chr. und noch heute kann man von den Sitzreihen über das Bühnenhaus hinweg zu den Monti Cimini schauen und sich vorstellen wie einst römische Schauspieler das Volk mit Tragödien und Komödien unterhielten. 1901 fand der Archäologe Rossi Danielli, der als Wiederentdecker der Stadt gilt, im Bühnengraben die Statuen der neun Musen, die einst die Bühnenfassade schmückten. Sie kann man heute im Museum der Rocca Albinoz in Viterbo bewundern. Am charakteristischsten sind aber die umlaufenden Arkaden aus Peperinotuff, die einst das obere Stockwerk trugen.

    Im Mittelalter begann der Abstieg der Stadt. Sie litt sehr unter den Kämpfen mit den Ostgoten und den Langobarden. Papst Gregor I. erwähnte Ferentium als Beispiel für den Hunger den die Bevölkerung litt. Als die Stadt sich langsam erholte und versuchte sich von den Grafen von Bisenzio zu emanzipieren um eine Freie Komune zu gründen, begann der Konflikt mit dem nahen Viterbo. Unter dem Vorwand, die Ferentiner seien Ketzer, da sie Christus am Kreuz mit geschlossenen Augen darstellten, überfielen die Viterbesi 1172 die Stadt und machten sie dem Erdboden gleich. Die überlebenden Bewohner wurden in alle Winde zerstreut. Viterbo übernahm die Palme von Ferento in sein Stadtwappen, als Zeichen, dass sie nun alleinige Metropole im nördlichen Latium sei.

    Seit Sommer 2011 gibt es wieder Theateraufführungen in Ferento. Nur dann, oder zu anderen besonderen Gelegenheiten, ist auch eine Besichtigung möglich. Sonst gilt, wer abenteuerlustig ist, findet das Loch im Zaun. Ferento liegt an der Straße von Viterbo nach Bagnoregio. Man muss auf die Abzweigung rechts achten.

    Theater von Ferentium
    Theater von Ferentium
    Thermen in Ferentium
    Thermen in Ferentium, Hypokaustenheizung
    Theater von Ferentium
    Theater von Ferentium
    Landschaft bei Ferento
    Landschaft bei Ferento

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    Lage von Ferento:

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  • Eine Stadt namens Gabii - Auf der Via Polense

    Gabii

    Wir fahren über die Via Prenestina aus Rom hinaus. Auch am Sonntag vormittag steht man dabei zwangsläufig zwischen häßlichen Wohnblocks im Stau. Dabei kommt mir ein Hit (zumindest für den Großraum Stuttgart) aus den 80er Jahren wieder in den Sinn. Damals sang die „Kleine Tierschau“ den Ohrwurm „Lieber doof sein als Gabi heißen.“

    Das dachte sich wohl auch der letzte etruskische König Roms, Tarquinius Superbus, vor 2500 Jahren. Doch hatte er nicht eine minderbemittelte Dame, wie die Ostalb-Rocker, vor Augen, sondern die mächtige Stadt Gabii, viel älter als ihre Konkurrentin Rom. Im Jahr 493 v.Chr. konnten die Römer den Krieg gegen Gabii gewinnen und die Stadt erobern. Damit begann ihr Expansionszug, der erst an Nordsee und Schwarzem Meer endete. Und Gabii sank herab zu einem Vorort der Metropole Rom. Sowie man vom öden Vorort Prenestino heute nicht viel hört, verschwand auch Gabii aus den Nachrichten. Mal abgesehen davon, dass es der Heimatort des Dichters Tibull war. Albius Tibullus ließ sich zu einer Reise nach Asien überreden. Als er zurückkehrte war jedoch seine Geliebte mit einem anderen verheiratet. Seinen Liebeskummer goß er in todtraurige Gedichte, die ersten Elegien.


    Gabii, Scavi, Roma auf einer größeren Karte anzeigen

    Um Gabii heute zu finden, muß man lange genug die Via Prenestina hinaus fahren. Wenn die Bebauung langsam spärlicher wird, steht ein Restaurant namens Gaby an der Straße. Von hier kommt man zu den Resten der alten Stadt. In der Landschaft sind noch viele niedrige Mauern zu finden. Am auffälligsten der Junotempel von dem die Mauern der Cella noch fast vollständig stehen. Dahinter beginnt der Abhang zu einem See, der seit langem trockengelegt ist. Die Felder auf dem fruchtbaren Seeboden zeichnen seine Umrisse noch deutlich nach. Ich kann mir trotz der wenigen Ruinen die Stadt gut vorstellen. Hier hatten keine Reichen ihre Villen, hier wohnten ganz normale Bürger, die so wie wir am Sonntag hier spazieren gingen, zwischen dem Tempel, den Läden am umgebenden Forum und der Seepromenade. Ich glaube es war eine Stadt, in der man sich wohl fühlen konnte. Auch oder gerade als sie von der Kriegsgegnerin Roms zur langweiligen Wohnstadt wurde. Als jedoch in der Völkerwanderungszeit Barbaren den italienischen Stiefel rauf und runter zogen, war die Stadt ihnen schutzlos ausgeliefert. Wer weiß, welche Dramen sich an diesem Seeufer abspielten, bis Gabii im Schilf versank und vergessen wurde.

    Hinter Gabii beginnt die Campagna Romana, so wie man sie sich vorstellt, mit leicht gewellten grünen Hügeln zwischen denen die Ruinen von Aquädukten hervorragen. Von Gabii führt die Via Polense nach Norden. Man vergißt ganz, dass man sich immer noch im Stadtgebiet von Rom befindet. Rom hat fast so viele Einwohner wie Berlin, aber die doppelte Fläche. Da ist viel Platz für Landschaft. Nach einigen Kilometern zweigt eine Straße durch einen Tuffsteinbogen ab. Das Eingangsportal von San Vittorino, auch ein Vorort Roms und Endstation der Stadtbuslinie O42. Es ist ebenfalls ein Ort, an dem einfache Bürger leben. Er krallt sich auf einem Felssporn fest, beherrscht von der etwas heruntergekommenen Burg der Barberini. Vor der Burg besteht der Wochenmarkt aus einem einzigen Gemüsestand. San Vittorino tauchte erst im frühen Mittelalter aus dem Nichts auf. Gut möglich, dass sich hier die Bewohner Gabiis, die sich vor den Massakern in der Ebene, vor Vandalen, Goten und Sarazenen, retten konnten, verschanzten. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Männer die am Gemüsestand ein Schwätzchen halten, die Nachfahren der Menschen sind, die einst die Abendsonne am See von Gabii genossen.

    San Vittorino   San Vittorino
    Die Via Polense endet im Städtchen Poli, das ihr den Namen gab. Auch ein ruhiges Landstädtchen mit verwinkelten Gäßchen auf einem Hügel. Auch der Palast der Conti ist nicht zum Touristenziel herausgeputzt. Die Conti herrschten von 1200 bis 1808 über Poli und stellten immerhin vier Päpste. Heute sind neben den Büros des Rathauses auch Wohnungen ganz normaler Leute im Schloß untergebracht. In der Einfahrt, im Hof und in den Loggien sind prächtige Renaissancefresken zu sehen, die durchaus eine Besuch in Poli rechtfertigen können. Als ein Familienvater seine Wochenendeinkäufe in seine Wohnung bringt, sehen wir durch die offene Tür, dass die Fresken sich an den Gewölben der Säle fortsetzen.

    Poli, Palazzo dei Conti   Poli, Palazzo dei Conti
    Wir lassen uns dazu verleiten, die Hauptstraße von Poli entlangzufahren, die immer schmäler wird und sich langsam aber sicher in eine Treppe verwandelt. Ein Einwohner rät uns davon ab weiterzufahren. Das sind die Momente in denen mir Maurizio entnervt erklärt, dass er und sein Auto für die Großstadt geschaffen seien. Mein Einwand, Poli sei ja fast noch Rom, beruhigt da eher weniger. Zugegeben, es ist etwas knifflig, das Auto durch die schmale Gasse mit flachen Stufen rückwärts hinauf zu steuern. Und so lassen wir als Andenken ein Rücklicht in Poli liegen.

    Die Nerven zu beruhigen, dass schafft schließlich der Koch eines Landgasthofs am Fuß des Stadthügels. Er bereitet einfache aber hervoragend zubereitete römische Küche. Als Vorspeise gibt es die Lieblingsspeise der Römer, Artischocken nach römischer Art.

    Carciofi alla Romana

    pro Person eine römische Artischocke
    leider gibt es diese zarten Gemüseblüten, die man fast vollständig essen kann, in Deutschland nur selten. Da bei den hier erhältlichen Exemplaren das meiste Abfall ist nimmt man besser zwei bis drei Stück.
    den Saft einer Zitrone
    1 Bund Petersilie
    genausoviel Minze
    pro Artischocke eine Knoblauchzehe
    Olivenöl, Salz und Pfeffer

    Von den Artischocken die harten Blattspitzen abschneiden. Den Stiel schälen. Er bleibt aber dran, er ist essbar.
    Die Artischocken in Zitronenwasser legen, damit sie sich nicht verfärben.
    Knoblauch und Kräuter grob wiegen und vorsichtig zwischen die Blätter drücken.
    Die Artischocken mit der Öffnung nach oben in einen Topf stellen und zu zwei Dritteln mit Wasser auffüllen. Mit Olivenöl beträufeln.
    Zugedeckt 20 bis 30 Minuten köcheln lassen.

    Poli

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  • Elvis und die großen Schiffe - Die Schiffe aus dem Nemisee
    NemiNemi

    Elvis lebt! Das wissen alle seine Fans. Doch wahrscheinlich wissen die wenigsten, dass er in Nemi lebt. In diesem kleinen Dorf, das an der Innenseite eines erloschenen Vulkankraters, 30 km südöstlich von Rom, klebt. Überragt vom mächtigen Turm einer Burg, als deren Besitzer sich in den letzten 1000 Jahren fast alle noblen römischen Familien abgelöst haben. Nach den Grafen von Tusculum schauten nacheinander die Colonna, Annibaldi, Cesarini, Piccolomini, Cenci, Frangipane, Braschi, Rospigliosi, Orsini und schließlich die Ruspoli von hier hinunter auf den Kratersee. Doch wenn man sich an der Burg vorbei durch enge Gassen drückt, erreicht man die Trattoria „Sirena del Lago“ und tritt durch die Tür und befindet sich in Memphis, Tennesee. Sofern man nicht über die Harley fällt, die hinter der Tür im Gastraum steht. Von den Elvispostern bis zur Haartolle des Wirts passt alles zusammen. Aber zum Glück haben auch die „Bucatini alla Matriciana“ Rock'n Roll. Die Speisekarte hat nichts mit den Südstaaten zu tun sondern ist ganz römisch.
    Sirena del LagoSirena del Lago - Blick auf den See
    Das erfahren auch zwei Engländer, die den Kopf zur Tür herein stecken und fragen, ob es Pizza gibt. „Nein Pizza gibt's in Neapel“ kommt die kurze Antwort vom King. Die Briten trollen sich und verpassen so ein hervorragendes Menü. Als zweiten Gang gibt es natürlich gegrillten Fisch aus dem See und zum Nachtisch Walderdbeeren. Das muss sein in Nemi, schließlich ist es das „Paese delle Fragole“, das Dorf der Erdbeeren. Aber wo findet man im November Walderdbeeren? Ein Blick aus dem Panoramafenster (die Aussicht ist übrigens gigantisch!) verrät die Lösung. Längst wird das Wappenobst von Nemi nicht mehr im Wald gesucht, sondern das ganze Jahr über in Gewächshäusern am Seeufer gezogen.
    Walderdbeeren aus Nemi
    Dabei war Nemi immer ein Ort des Waldes, der hier, wo die Regenwolken vom Meer angezapft werden, besonders üppig wuchert. Im Wald des Vulkankraters haben schon seit der Bronzezeit die Latiner eine Göttin der Erde verehrt und als die Römer Nemi ihrem noch kleinen Reich zuschlugen, wurde daraus ein monumentales Heiligtum für Diana, der Göttin des Mondes und der Fruchtbarkeit. Im Zentrum des Heiligtums stand eine heilige Eiche, die vom „Rex Nemorensis“, dem König von Nemi, Tag und Nacht bewacht wurde. Dieser Priesterkönig war ein entlaufener Sklave, der das Amt erlangte, indem er seinen Vorgänger tötete und einen Mistelzweig aus der Eiche brach. Er konnte nun in Ruhe und Sicherheit seinen Aufgaben als Wächter des Baums nachgehen. Seine einzige Befürchtung war, dass er von einem anderen Sklaven, der womöglich stärker war, zum Duell gefordert würde.

    Zu einer Zeit, als die Amtsübergabe nur noch symbolisch und nicht mehr blutig verlief, konnte der exzentrische Kaiser Caligula nur mit Mühe davon abgehalten werden, das Amt selbst und eigenhändig wieder gemäß dem archaischen Brauch zu übernehmen. So brachte der Kaiser seine Verehrung für Diana, die er mit seiner Schwester, mit der er mit mehr als normaler Geschwisterliebe verbunden gewesen sein soll, gleichsetzte, anders zu Ausdruck. Auf jeden Fall kostspieliger. Denn er ließ zwei gigantische prunkvolle Schiffe bauen, von denen eines einen Marmortempel für Diana trug und das zweite einen prächtigen Palast, in dem selbst Thermen nicht fehlten. Die mehr als siebzig Meter langen Barken waren für den kleinen See total überproportioniert und so konstruiert, dass Bug und Heck identisch waren, so dass man ohne zu wenden wieder zurückfahren konnte. Wir wissen nicht ob und wann Caligula Ausfahrten mit seinen Schiffen unternahm und ob er dort auch seine berüchtigten Orgien veranstaltete. Doch als er, gerade 29 Jahre alt, vom Senat ermordet wurde, war auch das Schicksal der Schiffe besiegelt. Sein Nachfolger Claudius setzte sich bewußt vom extravaganten Herrschaftsstil seines Neffen ab. Die riesigen Partyschiffe passten dazu nicht. Wahrscheinlich wurden sie kurzer Hand im See versenkt.

    Schnell gerieten die Schiffe in Vergessenheit, nur die Fischer vom Nemisee wunderten sich, dass sie hin und wieder ein Bronzestück statt eines dicken Fisches im Netz hatten. Erst 1446 versuchte der Architekt Leon Battista Alberti der Legende vom Schatz im See auf die Spur zu kommen. Von einem Floß aus hakelte er nach den Schiffen, konnte aber nur Teile einer Marmorstatue zu Tage führen. Doch auch alle folgenden Versuche, sei es von Booten aus oder mit einer der ersten Taucherglocken der Geschichte, scheiterten, Doch immerhin wusste man nun Bescheid, dass im Schlamm auf dem Seegrund zwei große Schiffswracks schlummerten.
    Bergung eines der Nemi-Schiffe 1930
    Erst in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts kam die Sache auf den richtigen Weg. Mussolini wollte an die glorreiche Zeit der römischen Kaiser anschließen und die Schiffe waren als hölzerne Zeugen der Größe Roms gerade richtig. Zur Chefsache erhoben, standen den Archäologen nun alle Mittel zur Verfügung und man beschloß einfach den See abzulassen. Und auch hier hatten die Altvorderen Vorarbeit geleistet. Als Rom noch eine Ansammlung von Hirtendörfern war, hatten die Bewohner des benachbarten Ariccia einen Tunnel durch den Rand des Nemikraters gegraben. Ein frühes technisches Meisterwerk von 1,6 km Länge. Gegraben hat man gleichzeitig von beiden Seiten. Man sieht das heute noch an einem Versprung, da man nicht exakt aufeinander traf. Dabei hält sich die Ungenauigkeit in einem Rahmen, mit dem Tunnelbauer auch in den Zeiten von GPS leben müssen. Der Zweck des Tunnels war jedoch ganz prosaisch die Gewinnung von Ackerbau. Die Aricciaroli konnten ihr eigenes Tal, ebenfalls ein ehemaliger Vulkankrater, bewässern und gewannen durch die Absenkung des Nemissees zusätzliche Anbauflächen. Mussolinis Archäologen legten also zuerst einmal den antiken Tunnel frei und pumpten durch ihn soviel Wasser aus dem See Richtung Meer, bis das erste Schiff an die Luft kam. Es übertraf alle Erwartungen. Nach einer heftigen Diskussion, ob man sich nicht zuerst mal mit diesem Fund zufrieden geben solle, setzten sich die Enthusiasten durch und man legte auch das 10 m tiefer gelegene zweite Schiff bis zum Frühjahr 1930 frei. So brachte man die riesigen Barken in ein eigens gebautes Museum am Seeufer.

    Hätten sich doch die Skeptiker mehr Gehör verschafft, mag man heute sagen. Denn wenn die Schiffe nach ihrer Erbauung kaum vier Jahre über den See fuhren, so dauerte ihr zweites Leben zwei Jahrtausende später wenig länger. Was in dieser letzten Mainacht 1944 am Nemisee geschah, lässt sich kaum rekonstruieren. Die amerikanische Armee war auf dem Vormarsch Richtung Rom und trieb eine große Zahl Flüchtlinge aus den umkämpften Städten Latiums und geschlagene deutsche Soldaten vor sich her. Hatte nun einer der Flüchtlinge, die im Museum untergekrochen waren, ein Feuer gemacht, um sich einen Kaffee zu kochen? Oder war es der Vandalismus von Wehrmachtsangehörigen, die ihrem Frust freien Lauf ließen? Oder haben GIs, ein Widerstandsnest vermutend, das Museum beschossen? Wen man verdächtigt, hängt mehr mit der aktuellen politischen Meinung, weniger mit historischen Tatsachen zusammen. Zur Zeit steht auf der Homepage der Gemeinde Nemi, das Museum sei nach amerikanischem Beschuß auf mysteriöse Weise in Brand geraten. Das wäre dann wohl wenig mysteriös. Aber die Spekulation ist müßig. Das Museum brannte komplett aus. Der Verlust nach dem Brand des Museums ist mehr als schmerzhaft. Von den Schiffen blieben nur die wenigen Teile, die ins Museo di Roma ausgelagert waren.
    Museo delle NaviMuseo delle Navi
    Und doch ist auch heute ein Besuch des Museums beeindruckend. Auch wenn in den großen Hallen die Schiffsmodelle im Maßstab 1 : 5 etwas verloren wirken. Die vielen Einzelteile, wie ein Anker mit beweglichen Armen, zeigen den hohen Stand der antiken Technik. Wasserhähne, Blechziegel, Kugellager könnten auch aus einem modernen Baumarkt stammen. Vieles was auf den Schiffen zum Einsatz kam geriet mit dem Fall des Römischen Reichs wieder in Vergessenheit und wurde erst ab dem 19. Jahrhundert zum zweiten Mal erfunden. Dazu gehörte auch ein raffinierter Korrosionsschutz. Die Schiffsrümpfe hatten einen Anstrich aus Eisenmennige, auf dem eine dünne Schicht mit in Harz, Pech und Bitumen getränkter Wolle lag. Diese war mit millimeterdünnen Bleiplatten abgedeckt und schützte so die Holzplanken vor aggressiven Organismen und Muschelbefall. Der Haken an der Geschichte ist nur: Das ist ein Problem im Salzwasser, mit dem die internationale Schifffahrt bis ins 19. Jahrhundert zu kämpfen hatte. Auf dem kleinen Süßwassersee war das nicht zu erwarten. Das legt die Vermutung nahe, dass die Schiffe auch Prototypen waren, um neue Techniken zu erproben. Caligula hat sich wahrscheinlich kaum für Ankertypen und hartnäckige Muscheln interessiert. Aber die Schiffbauingenieure nahmen die Gelegenheit beim Schopf, dass hier zwei Boote gebaut werden sollten, bei denen finanzielle Grenzen keine Rolle spielten, und statteten sie mit der modernsten Technik aus. Man beginnt im Museo delle Navi nachzudenken, wo wir heute stehen könnten, hätten nicht Barbaren und Christen die Wissenschaft am Ende des Römischen Reichs für über ein Jahrtausend ins Mittelalter gestoßen.

    Wir laufen noch hinüber zum Heiligtum der Diana, das durch Gestrüpp und hohes Gras nur schwer zu erreichen ist. Leider ist außer einer Reihe gemauerter Nischen nur wenig zu sehen. Aber vielleicht hat man es hier richtig gemacht und die Mosaikböden in der sicheren Erde gelassen. Denn Ausgraben bedeutet auch immer Zerstören, wie wir eindrucksvoll gelernt haben.
    Heiligtum der Diana

    Lage des Museums

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  • Fotografiert im Vorbeifahren.

    Wenn man in der Umgebung Roms unterwegs ist, trifft man überall auf Reste aus der Antike. So sieht man auch immer wieder römisches Straßenpflaster und stellt dabei fest: Nicht alle Straßen führten nach Rom. Die Via Antiatina verband mindestens seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. die uralte Stadt Lanuvium in den Albaner Bergen mit der Hafenstadt Antium, dem heutigen Anzio.

  • Lavinium, die Mutterstadt Roms - Besuch im Museum in Pratica di Mare 

    Etwa 30 km südlich von Rom findet man das winzige Dorf Pratica di Mare, das allerdings anders als der Name suggeriert etwa drei Kilometer hinter der Küste liegt. Es hat noch eine Stadtmauer, ein kleines Kastell (bewohnt, daher nicht zu besichtigen) und weniger als 20 Einwohner. Pratica, den kleinste Stadtteil von Pomezia, kennen die Römer vor allem wegen des nahen Militärflugplatz auf dem Flugshows stattfinden oder im Ausland befreite Geiseln ankommen. Weniger bekannt ist die lange Geschichte. Pratica ist viel älter als Rom. Sehr viel älter.

  • In der Pyramide - Die Cestius-Pyramide

    Die Pyramide ist zur Zeit nur eingeschränkt zu besichtigen. Termine am 2. und 4. Samstag des Monats.

    Stadtführung durch die Römischen Altstadt

    Sie denken, um Pyramiden anzuschauen müssten Sie nach Ägypten fahren? Falsch auch in Rom gibt es eine leibhaftige antike Pyramide. Seit gut 2000 Jahren begrüßt die Cestius-Pyramide Roms Besucher wenn sie durch die Porta San Paolo in die Stadt kommen. Sie ist allerdings trotzdem eine eher unbekannte Sehenswürdigkeit. Touristen bemerken sie meistens nur zufällig beim Vorbeifahren. Der Bestseller-Autor Dan Brown hat in seinem Roman Professor Langdon ganz Rom nach Pyramiden als Zeichen für die „Illuminati“ absuchen lassen. Eigenartig, dass er ausgerechnet die größte und auffälligste Pyramide übersehen hat.

    Cestius-Pyramide neben der Porta San PaoloCestius-Pyramide

    Ein Grund warum die Pyramide, obwohl unübersehbar, kaum beachtet ist, mag daran liegen, dass man normalerweise nur ihr glattes, steinernes Äußeres besichtigen kann. In Zusammenarbeit mit der Gruppe Sotterranei di Roma kann ich Sie allerdings ausnahmsweise zu einer Besichtigung einladen.

    Doch zuerst ein genauerer Blick von Außen. Es stellt sich natürlich die Frage, wer war denn dieser Caius Cestius, der sich dieses exquisite Grabmal kurz vor Christi Geburt errichten ließ?

    Um ehrlich zu sein, wir wissen nicht allzu viel über ihn. Alle Informationen die wir haben, stammen von seiner Pyramide. Zum Beispiel aus der großen Inschrift, die vorn und hinten, je gleichlautenden eingemeißelt wurde:

    C CESTIUS L F POB

    EPULO PR TR PL VII VIR EPULONUM

    Wir lesen seinen Name und seine Herkunft: C(aius) CESTIUS L(ucii) F(ilius) POB(ilia)

    Caius Cestius, Sohn des Lucius aus dem Tribus (Stimmbezirk) Pobilia.

    Und seine Titel: EPULO PR(aetor) TR(ibunus) PL(ebis) VII VIR EPULONUM

    Er war Prätor, also der Stellvertreter des Consuln, des Regierungschefs. Dafür wurde man in der Regel für ein Jahr gewählt. Da man für diese Ämter mindestens 40 Jahre alt sein mußte, kann er nicht als allzu junger Mann gestorben sein. Zudem war er Volkstribun (Tribunus Plebis) und Mitglied der Septemviri (VII VIR) Epulonum, einem Priesterkollegium, das für die Ausrichtung eines Kultmahls für Jupiter zuständig war. Ein weiteres Zeichen, dass Caius ein ausgesprochen angesehener Mann war, und ein nicht zu armer, denn dieses Kultmahl mussten die Septemviri selbst bezahlen.

    Seinen Reichtum hat er möglicherweise mit dem Handel mit der neuen römischen Provinz Ägypten verdient. Das brachte ihn vielleicht darauf, sich wie einen kleinen Pharao bestatten zu lassen. Oder hing er nur der neuen Mode an, die seit dem Einzug Kleopatras in Rom grassierte. Viele vornehme Römer fanden damals alles Ägyptische absolut hip.

    Inschriften auf der Cestius-Pyramide

    Tatsächlich gab es noch mindestens drei weitere Pyramiden aus dieser Zeit. Zwei sollen an der Piazza del Popolo, anstelle der Zwillingskirchen am Beginn des Corso gestanden haben und eine zwischen Engelsburg und Petersdom. Letztere wurde abgerissen um, anläßlich des Heiligen Jahrs 1500, eine Straße zu verbreitern. Die Marmorquader ließen sich, wie praktisch, als kostenloses Baumaterial für den Petersdom verwenden.

    Diesem Schicksal entging unsere Pyramide wohl, weil Kaiser Aurelian (270 - 275) sie in seine Stadtmauer einbaute. So blöd war man im Mittelalter auch nicht, die Pyramide abzutragen und damit eine Schneise in die lebenswichtige Schutzmauer zu schlagen.

    Eine weitere Inschrift befindet sich auf der Ostseite:

    OPUS APSOLUTUM EX TESTAMENTO DIEBUS CCCXXX

    ARBITRATU

    PONTI P F CLA MELAE HEREDIS ET POTHI L

    Das heißt: das Werk wurde fertiggestellt auf Grund des Testaments in 330 Tagen unter Leitung des Pontius Mela, des Sohnes des Publius, aus der Tribus Claudia, mit dem Freigelassenen Pothus.

    Zu welcher Zeit dies geschah, erschließt sich aus der Inschrift einer Säulenbasis, die allerdings heute im Kapitolinischen Museum steht. Denn auf deren Inschrift beklagt sich die Familie von Cestius, dass golddurchwirkte Stoffe die bei der Beerdigung zum Einsatz kommen sollten, verkauft werden mussten. In einem Gesetz aus dem Jahr 18 v.Chr, wurden nämlich solche übermässig luxuriöse Begräbnisse verboten. Außerdem geht aus der Inschrift hervor, dass Markus Agrippa, der Neffe von Augustus, einer der Erben des Cestius war. Da dieser selbst 12 v. Chr. starb, haben wir so ein Zeitfenster von 6 Jahren für den Tod des Caius und den Bau der Pyramide. Von dem Geld, dass man so bei der Beerdigung einsparte, ließ die Verwandtschaft zwei Bronzestatuen des Caius herstellen, die auf Säulen vor der Pyramide aufgestellt waren. Man hat nur einen Arm und ein Bein von ihnen gefunden, die heute im Magazin des Kapitolinischen Museums schlummern.

    Es ist erstaunlich wieviel wir aus der mageren Aktenlage über Caius Cestius herauslesen können. Cestius war also ein vornehmer, reicher Mann mit Einfluss, der vermutlich mit Agrippa beim Feldzug gegen Kleopatra teilnahm und möglicherweise später Geschäftsbeziehungen nach Ägypten unterhielt. Und dabei sein Faible für den Orient entdeckte.

    Gang in die Pyramide

    Doch nun bewegen wir uns durch einen schmalen, niedrigen Gang in die Pyramide hinein, in die einfache 4 m auf 6 m große Grabkammer. Es fällt gleich auf, dass im linken Eck gegenüber noch ein Tunnel mündet. Tatsächlich hat die römische mit den ägyptischen Pyramiden noch eine Gemeinsamkeit. Sie wurde von Grabräubern geplündert. Irgendwann im Mittelalter, haben unbekannte Glücksritter, vielleicht ausgehend vom Keller eines Hauses in der Nähe, einen Stollen gegraben. Sie waren wirklich Profis, denn sie haben die Grabkammer direkt getroffen. Aber vermutlich war die Enttäuschung um so größer, denn anders als die Ägypter gaben die Römer ihren Toten keine reichen Grabbeigaben mit. Die Grabräuber haben aus Verzweiflung noch die Rückwand und das Fresko im Tonnengewölbe aufgestemmt, in der falschen Hoffnung, da wäre vielleicht noch ein Schatz eingemauert. Gaius Cestius war jedoch kein römischer Tutanchamun. Und als Papst Alexander VII. 1663 die Pyramide, und damit den offiziellen Zugang, wieder freilegen ließ, fand man nur ein leeres Grab. Selbst die sterblichen Überreste von Caius Cestius und seiner Familie, die wahrscheinlich auch hier begraben wurde, sind verschwunden.

    GrabkammerGrabkammer

    Aber noch ein Blick auf die Fresken der Grabkammer. Der Schmuck ist sehr sparsam und zurückhaltend. Von Stil und Inhalt ist die Ausstattung gar nicht mehr ägyptisch, sondern ganz der römischen Tratition verhaftet. Der weiße Putz und die Girlanden und Vasen machen einen heiteren Eindruck. An den Wänden sieht man einige sitzende oder stehende Figuren. Und an der Decke vier Engel. Nein eigentlich sind die vier Damen mit entblöster Brust und großen Flügeln keine Engel. Sie stellen die Siegesgöttin Victoria dar und sollen wohl das erfolgreich Leben des Cestius symbolisieren. Die Siegesgöttin ist vielleicht auch ein Hinweis, dass Cestius tatsächlich an der Eroberung Ägyptens teilnahm. Kurz vor dem Bau der Pyramide, 29 v.Chr., ließ Augustus im Senat einen Altar mit einer Statue der Victoria aufstellen. Er erinnerte damit an seinen Sieg über Kleopatra und Marcus Antonius. Victoria sollte Symbol dafür sein, dass nun im Römischen Reich Frieden herrschen sollte, was zumindest in der Regierungszeit von Augustus auch gelang. Erst 400 Jahre später wurde die Victoria, nach einem langen Disput zwischen Heiden und Christen, wieder aus dem Senatsgebäude entfernt. Ambrosius, der Bischof von Mailand, konnte den Kaiser überzeugen, den unchristlichen Altar auf den Müll der Geschichte zu werfen. Die Planstelle der Victoria übernahm künftig der Erzengel Michael.

    Doch langfristig hatte Ambrosius keinen Erfolg. Die Siegesgöttin ist immer noch allgegenwärtig. Zum Beispiel fliegt sie als Gold-Else (auf der Siegessäule) über Berlin. Oder viel banaler. Schaut mal in euren Schuhschrank. Haben eure Sportschuhe keine drei Streifen, dann prangt wahrscheinlich der stilisierte Flügel der Victoria darauf. Wobei die Vermarktung der Treter unter dem griechischen Pseudonym der antiken Göttin erfolgt: Nike. Und so hilft Victoria heute, 2000 Jahre nach Caius Cestius, zum Beispiel Miroslav Klose bei Bundesligatoren. Und ich wundere mich selbst, wie ich es geschafft habe den Bogen von einer antiken Pyramide in Rom zum FC Bayern zu schlagen.

    Viktoria

    Die Cestius-Pyramide in Rom

     

    piramide Cestia, Roma auf einer größeren Karte anzeigen

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  • Margarethe von Österreich - die Madama von Rom

    Wenn man die italienischen Nachrichten anschaut, hört man fast täglich vom Palazzo Madama in Rom, denn hier tagt der italienische Senat. Da die Mehrheit der Koalition von Ministerpräsident Renzi hier viel fragiler ist als in der Abgeordnetenkammer, sind die Debatten hier viel spannender. Doch wer war diese Madame, die dem barocken Palast in der römischen Altstadt den Namen gab?

    Margarethe von Österreich
    Gemäldegalerie Berlin

    Der Anfang der Geschichte führt uns nach Belgien. 1521 war Kaiser Karl V. auf dem Schloss des Barons de Montigny in Oudenaarde bei Brüssel zu Gast und hatte dort ein kurzes Verhältnis mit der Zofe Johanna van der Gheynst. Das Ergebnis war am 28. Juli 1822 die Geburt von Margarethe. Damit wäre die Geschichte normalerweise auch schon zu Ende gewesen, doch, ganz unüblich für diese Zeit, Karl erkannte die Frucht seiner Liebelei als seine Tochter an und sorgte für eine standesgemäße Erziehung in Brüssel. Er hatte das Mädchen zur Figur im diplomatischen Spiel der Mächte erkoren.

  • Auch in den Vororten Roms findet man viele interessante Überbleibsel der Geschichte. So im Norden das vermeindliche Grab Kaiser Neros.

  • Im Internetzeitalter kann man natürlich eine Statdführung in Rom auch virtuell unternehmen.
    Ich mache gerate den Test, wie es ankommt, Interessenten über Twitterauf eine Entdeckungsreise mitzunehmen. Z.B. ins Kolosseum. Das sieht dann so aus:

  • In einer Gasse versteckt, nicht weit vom Hauptbahnhof Termini entfernt, befindet sich eines der ältesten Stadttore Roms. Es gehörte zur Servianischen Mauer, die von König Servius Tullius im 6. Jahrhundert vor Christus errichtet worden sein soll. Durch die Porta Esquilinia, wie man das Tor damals nannte, verließ man auf der Via Labicana die Stadt Richtung der Albaner Berge. Kurz vor Christi Geburt, ließ sich Gaius Maecenas, Berater und Vertrauter Augustus, vor dem Tor eine große Parkanlage anlegen. Maecenas war bekannt für die Förderung junger Dichter, was in der Bezeichnung der Mäzen bis heute nachklingt. Von einem Turm in den Maecenas-Gärten soll Nero den Brand von Rom beobachtet haben.

    Augustus ließ das Stadttor mit drei Bögen, von dem heute nur der mittlere erhalten ist, erneuern, obwohl Rom längst über die alte Stadtmauer hinaus gewachsen war und sie so ihre Funktion verloren hat. Im Jahr 262 n.Chr. wurde das Tor in einen Ehrenbogen für Kaiser Gallienus umgewandelt, wobei man wohl nur die Inschrift ersetzte. Gallienus war von 253 bis 268 Kaiser, die ersten 7 Jahre gemeinsam mit seinem Vater Valerian. Gallienus interessierte sich für Philosophie und griechische Kunst und war den Christen gegenüber tolerant, doch ein feingeistiges Leben wie Maecenas konnte er nicht führen. In seiner Regierungszeit drohte das Römische Reich zu zerbrechen. Gallien machte sich genauso unabhängig wie Syrien. Zu dem kam die Völkerwanderung richtig in Fahrt. Germanen und Goten fielen ins Reich ein. Die Agri decumates, das heutige Baden-Württemberg, wurde von den Alemannen erobert. Immerhin konnte er die Donau als Grenze halten. Im Römischen Museum in Augsburg wird ein Altar aufbewahrt, der an seinen Sieg über die Juthungen erinnert.

    Gallienus endete jedoch nicht im Kampf gegen die Germanen. Er wurde in Mailand von seinen eigenen Offizieren in einen Hinterhalt gelockt und ermordet. Die Ruine seines Grabes befindet sich an der Via Appia weit außerhalb Roms auf der Höhe des Flughafen Ciampino. An den Gallienusbogen wurde im 9. Jahrhundert San Vito, die Kirche des Heilgen Veit, Patron der Epileptiker, angebaut.

             

  • Ein antiker Lügendetektor.

    Überall in Rom trifft man noch auf die Geister und Götter der alten Römer. So findet man in der Vorhalle der Kirche Santa Maria in Cosmedin eine große runde Marmorscheibe von der uns ein unheimlicher, bärtiger Kopf aus leeren Augen anglotzt. Die Legende sagt, dass er jedem Lügner, der es wagt seine Hand in den offenen Mund zu stecken, diese augenblicklich abbeißen würde.

  • Die Vatikanischen Museen sind das größte Museum der Welt und vielleicht auch das am meisten besuchte. Ich kann nur empfehlen sich einmal vom großen Touristenstrom zu lösen und in die wenig besuchten Gänge vorzustoßen. Dazu gehört das Museo Gregoriano Etrusco, das Etruskische Museum, das nach dem in der Villa Giulia in Rom sicher das umfangreichste ist.

  • Heute vor 510 Jahren wurde die berühmte Laokoongruppe gefunden.

    Wie jedes Jahr begann Felice de Fredis, sein Vorname bedeutet der Glückliche, seinen Weinberg am Abhang oberhalb des Kolosseums für das Frühjahr vorzubereiten. Er pflügte, jätete Unkraut und entfernte Steine, die er auf einen Haufen am Rand des Grundstücks warf.

  • Ein Film aus Marmor

    Die Trajanssäule hat 1900ten Geburtstag. Am 12. Mai 113 wurde die große Reliefsäule die man am Rand der Piazza Venezia in Rom findet eingeweiht.

  • Das Stadion des Domitian unter der Piazza Navona

    Seit kurzem ist eine neue archäologische Stätte in Rom zugänglich. Direkt hinter der Piazza Navona kann man zu den Arkaden des Stadions von Domitian hinabsteigen

    Es gab in Rom nicht nur Gladiatorenkämpfe und Pferderennen. Kaiser Domitian stiftete im Jahr 86 n. Chr. den Agon Capitolinus, der wie die Olympischen Spiele in Griechenland alle vier Jahre stattfand.

  • Besuch in einer vorrömischen Stadt

    Wer die alte Stadt Norba sucht muss nur den Gleitschirmfliegern folgen. Die Ausgrabungen der antiken Stadt liegen auf einem Hochplateau, dass 350 Meter steil zur Pontinischen Ebene abfällt.

  • Eine Stadt, ein Tempel, ein Orakel

    Palestrina ist ein tolles Ausflugsziel. Es liegt 40 Kilometer östlich von Rom und ist über die Via Prenestina zu erreichen. Man kann nach Palestrina auch mit dem COTRAL-Bus von der Metroendhaltestelle Anagnina fahren. Schon von weitem sieht man die besondere Stadtanlage.

  • Wenn man durch den Wald der Säulen der Vorhalle Richtung Portal geht und sich langsam der Blick auf das Innere der Kuppel öffnet, hält fast jeder inne und schaut mit offenem Mund nach oben. Kaum ein Raum in Rom ist so eindrucksvoll. Und kein Gebäude aus der Antike ist so gut erhalten. Dabei nagte auch am Pantheon ganz heftig der Zahn der Zeit.

  • Der Arberini-Sarkophag in Santa Maria sopra Minerva

    In der Kirche Santa Maria sopra Minerva findet man versteckt ein besonderes Kunstwerk. Ein vorchristlicher Sarkophag, wahrscheinlich ein griechisches Kunstwerk, zeigt Herkules im Kampf mit dem Nemëischen Löwen.

  • In der kleinen Gasse, die zur Kirche Santo Stefano del Cacco führt, lehnt am Palazzo Altieri ein antiker Sarkophag.

  • Spuren des großen ägyptischen Tempels der Isis in Rom

    Das antike Rom war die erste wahre multikulturelle Großstadt der Welt. Rom zog Zuwanderer aus allen Ecken und Winkeln der Welt an und die brachten ihre Gebräuche und Religionen mit an die Ufer des Tibers. So auch den ägyptischen Kult für Isis und Osiris, für den hinter dem Pantheonein großer Tempel gebaut wurd.

  • Wanderung zwischen römischen Aquädukten

    Das grüne Tal zwischen Tivoli und den Albaner Bergen, wenige Kilometer vom Stadtrand von Rom entfernt, eignet sich besonders jetzt im Frühling für Wanderungen. Die Vegetation explodiert nun förmlich und das Wetter ist weder zu warm noch zu kalt. Natürlich trifft man auch hier in der Umgebung Roms auf Zeugnisse der Geschichte.

  • Seit diesem Wochenende kann man wieder die Reste des prächtigen Goldenen Haus von Kaiser Nero in Rom besichtigen.

    Als Nero seinen neuen Palast, die Domus Aurea (Goldenes Haus) einweihte, sagte er, dass er nun endlich eine Wohnung habe, die eines Menschen würdig sei. Dabei ist Haus reichlich untertrieben, bedeckte die Palastanlage doch ganze 80 Hektar. Die Domus, mit deren Bau nach dem Großen Brand 64 n.Chr. begonnen wurde, war die gigantischste Anlage, die ein römischer Herrscher bis dahin für sich errichtet hatte. Ein Komplex aus Pavillons, Säulenhallen und Portiken, der einen Park mit einem großen künstlichen See umschloß.

  • Eine der sprechenden Statuen Roms

    Nicht weit von der Piazza Navona, an der Rückseite des Palazzo Braschi, steht eine antike Statue die vom Lauf der Zeiten ziemlich mitgenommen erscheint. Es handelt sich wohl um den Rest einer Gladiatorengruppe (der Bauch einer zweiten Figur ist auch noch zu erkennen), die irgendwo am oder im Stadion des Domitian, heute Piazza Navona aufgestellt war.

  • Unangefochten die Nummer eins der Touristenziele in Rom ist das Kolosseum. Das größte Amphitheater der Antike und eines der bekanntesten Monumente der Welt. Auch als Ruine ist es noch eines der beeindrucktesten Gebäude.

    Seit 1. März 2019 müssen auch Inhaber des Roma Pass den Eintritt ins Kolosseumfür eine bestimmte Uhrzeit vorreservieren. Mehr hier.

  • Inzwischen ist die erste Restaurierungsphase am Kolosseumfast beendet. Am 7. Juli sollen die ersten fünf Arkaden von den Gerüsten befreit werden. Wir können gespannt sein, wie sie in der Sommerhitze blitzen. Das Kultusministerium verspricht, dass der Stein genauso wie vor 1937 Jahren, bei der Erbauung in honiggelb leuchten soll. Das Gerüst wird dann weiter um das Amphitheater wandern.

  • Noch vor 150 Jahren waren sie das Sehnsuchtsziel Nummer Eins der romantischen Maler. Die Tempel in Tivoli, die sich in besonders malerischer Lage über dem tief eingeschnittenen Tal des Aniene mit seinen zahlreichen Wasserfällen befinden. Heute sind sie ein bisschen in Vergessenheit gefallen, was auch daran liegen mag, dass die Aussichtspunkte, von denen man sie gut sehen kann, an verkehrsreichen Straßen befinden. Es sind die Ausblicke, die sich in unzähligen Varianten gemalt und gezeichnet in fast allen Kunstmuseen im deutschen Sprachraum befinden.

  • Mausoleo dei Plauzi - Monument in Not

    Es gibt Monumente der Antike in Rom, die mit Millionenaufwand restauriert werden und, die Millionen Touristen anlocken. Zum Beispiel das Kolosseum. Andere Monumente verschwinden hinter Betonmauern und bröseln vergessen ihrem Verfall entgegen.

  • Mit dem Super Ticket antike Räume auf dem Palatin und Forum Romanum entdecken.

    Seit kurzem wird ein neues Ticket für das archäologische Gelände des Forums Romanum mit dem Hügel Palatin verkauft, mit dem man zusätzlich zum allgemein zugänglichen Gelände 8 besondere Ausgrabungsstätten besichtigen kann. Lohnt sich dieses Ticket und was muss man beachten? Mein Fazit ganz unten.

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