Bahnhof Termini

Der römische Hauptbahnhof Termini ist der fünftgrößte Europas nach den Fahrgastzahlen. Was ist seine Geschichte und vorallem woher kommt sein Name?

Empfangshalle Stazione Termini
Empfangshalle Stazione Termini

Auch wenn die meisten Touristen in Rom heute an einem der beiden Flughäfen ankommen, erlebt die Fahrt mit der Bahn eine Renaissance. Dank dem verbesserten Angebot an Nachtzügen ist für immer mehr Rombesucher der Hauptbahnhof Roma-Termini das erste Gebäude der Ewigen Stadt mit dem sie in Kontakt treten.

Die moderne Empfangshalle

Wenn ihr gerade vor der Bahnhofshalle auf den Bus oder auf ein Taxi wartet, werft doch einen kurzen Blick auf die elegante, luftige Eingangshalle. Sie wurde 1948 – 51 von den Architekten Leo Calini und Eugenio Montuori errichtet.

Sie nimmt mit der Riesenwelle, die in die Stadt zu schwappen scheint dem im faschistisch-klassizistischem Stil bis 1943 errichteten Hauptbau seine Wucht. Die Römer nennen den Bau einfach "dinosauro".

Geschichte des Bahnhofs

Der erste römische Bahnhof wurde ab 1862 als einfache überdachte Haltestelle errichtet und reichte der damals noch beschaulichen Hauptstadt des Kirchenstaates für ein Jahrzehnt. Als Rom Metropole des neuen Königreichs Italien wurde erbaute Salvatore Bianchi bis 1874 einen repräsentativeren Bahnhof, der aus einem Teil für Ankunft und einem Teil für Abfahrt bestand. Unter der Mussolini-Diktatur folgte dann der dritte Hauptbahnhof, dessen Fertigstellung im Kriegsjahr 1943 unterbrochen wurde.

Der Name Termini

Skulptur Johannes Paul II.
Skulptur Johannes Paul II.

Bleibt noch die Frage nach dem Namen Termini. Der hat nichts mit dem französischen oder englischen Wort für Endhaltestelle „Terminus“ zu tun. Wenn ihr euch nun umdreht und weg vom Bahnhof über den großen Busbahnhof schaut, entdeckt ihr hinter den Bäumen am Ende des Platzes große Ziegelgewölbe. Das sind die Reste der Diokletiansthermen. Sie waren der größte Badekomplex der Antike und sind bis heute nicht übertroffen. 3000 Gäste konnten sich gleichzeitig im Wasser vergnügen. Vor diesem Bau befand sich eine große Zisterne die mit 6000 qm Fassungsvermögen die zahlreichen Becken und Brunnen der Thermen mit Wasser versorgte. Die Ruine wurde erst 1876 abgerissen. Die Römer nannten sie Botte di Termini, Gewölbe der Thermen.

Nach ihr hieß auch der Platz „piazza di Termini“, lange bevor die Eisenbahn Rom erreichte. Und den Namen bekam dann auch der Hauptbahnhof von Rom.

Selbst die meisten Römer wissen übrigens nicht, dass der Bahnhof 2006 zu Ehren des polnischen Papstes in „Stazione Giovanni Paolo II.“ umbenannt wurde. Auf dem Bahnhofsplatz steht auch eine sehr umstrittene Metallskulptur, die Karol Wojtyła darstellen soll.

Quellen: Bassa Velocità, About Art online, Roma segreta

 

 

 

 

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Giovanni Battista Nolli, Topografie von Rom (1748), gekennzeichnet Botte di Termini
Giovanni Battista Nolli, Topografie von Rom (1748), gekennzeichnet Botte di Termini

Stazione Termini, zweiter Bau um 1900
Stazione Termini, zweiter Bau um 1900

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