Weihnachtsbäume in Rom

Der Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz wurde aufgestellt. Doch der Weihnachtsbaum auf der Piazza Venezia in Rom löste einen Skandal aus.

Der Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz

Der Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz
Der Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz

Um es vorweg zu nehmen, Herr Ratzinger schmückt seinen Weihnachtsbaum nicht selbst. Die 25 Meter hohe Rottanne auf dem Petersplatz wurde am Montag in die Höhe gewuchtet und die vatikanischen Gärtner sind seither dabei, mit Hilfe zweier vatikanischer Kranwagen 2500 Kugeln in den Farben des Vatikan (Silber und Gold) sowie reichlich Lametta zu verteilen. Einen Weihnachtsbaum gibt es erst seit 1982 vor dem Petersdom und seither wetteifern vor allem die Alpenländer darum, wer dem Papst einen Baum stiften darf.

Nach Südtirol und Niederösterreich ist dieses Jahr zum ersten Mal die Ukraine dran. Um ihre europäische Verbundenheit zu demonstrieren, wie aus dem Vatikan verlautet, aber sicher auch um für die Fußballeuropameisterschaft im nächsten Jahr Werbung zu machen. Der 60 Jahre alte Baum wurde Ende November in den Karpaten geschlagen. Am 16. Dezember wird er von orthodoxen und katholischen Bischöfe aus der Ukraine dem Papst offiziell übergeben. Erst ab dann wird er festlich erleuchte sein. Ökologisch korrekt natürlich mit Energiesparlampen.

Das Holz wird nach dem Abbau im Januar Behindertenwerkstätten zur Weiterverarbeitung gestiftet. Auch sonst ist der Baum ein Sparschwein, wie mir Marco der Chef der Arbeiter erklärte. Der Christbaumschmuck wird, wie in den meisten Familien auch, aus den Kartons vom Vorjahr geholt. Marco achtet penibel darauf, dass der Glitter gut vertäut wird, damit er nach dem 6. Januar möglichst vollständig alles wieder für Dezember 2012 einlagern kann.

Der Weihnachtsbaum auf der Piazza Venezia

Der Weihnachtsbaum auf der Piazza Venezia
Der Weihnachtsbaum auf der Piazza Venezia

Eigentlich hätte die Stadt Rom, die den Vatikanstaat umgibt, es ja viel nötiger zu sparen. Doch auf der Piazza Venezia, wo traditionell der zweitgrößte Christbaum steht, wollte man dieses Jahr etwas ganz neues und modernes aufführen.

Bürgermeister Gianni Alemanno war entsetzt, angeblich hat er von den Baumplänen nichts geahnt. Selbst die linke Opposition mochte den Kunststoffkegel nicht, um den ein dünnes Band mit den italienischen Nationalfarben gewunden war, als Symbol für 150 Jahre italienische Einheit. Bereits einen Tag später war der Block wieder abgebaut und soll nun in einen Vorort abgeschoben werden. Leider war die Episode zu kurz, so dass ich es nicht geschafft habe selbst Fotos zu schießen. Der Reporter der Zeitung La Repubblica war fixer. Nun steht, sehr zur Freude des Stadtoberhaupts, ein traditioneller Tannenbaum aus dem Apennin auf Roms zentralem Platz. Mit der ganzen Aktion hat man allerdings, pünktlich zum Nikolaustag 25.000 € durch den Kamin geschickt. Hoffentlich erfährt das nicht Angela Merkel.

Vielleicht liest sie ja den Kölner Stadtanzeiger nicht, der als eine von wenigen ausländischen Zeitungen berichtete.

Kölner Stadtanzeiger, 8.12.2011
Kölner Stadtanzeiger, 8.12.2011

Danke an Dirk Beus aus Brühl für die Zusendung.

Quellen: La Repubblica, 6.12.2011, Kölner Stadtanzeiger, 8.12.2011

 

 

 

 

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Der Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz wird geschmückt
Der Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz wird geschmückt

Der Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz wird geschmückt
Der Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz wird geschmückt

Der Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz wird geschmückt
Der Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz wird geschmückt

 

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