Villa Aldobrandini

Ein vergessener Park

Mitten im Zentrum Roms gibt es einen kleinen Park, der trotz seines wunderschönen Ausblicks, völlig unbekannt ist.

Die Villa Aldobrandini ist eigentlich eine Terrasse, am Abhang des Quirinalhügels, die von einem viel größeren Anwesen übrig geblieben ist. Wenn man von der Piazza Venezia auf den Quirinalshügel hinauffährt, kommt man am Ende der Via Quattro Novembre am Largo Magnanapoli direkt an die hohe Stützmauer. Der eigentliche Eingang in der Via Mazzarino auf der Rückseite ist nicht so leicht zu finden.

Étienne Dupérac, 1575, Ruinen der Konstantinsthermen
Étienne Dupérac, 1575, Ruinen der Konstantinsthermen

1566 erwarb die aus Umbrien stammende Familie Vitelli ein Grundstück auf dem noch wenig bewohnten Quirinalshügel. Es gehörte in der Antike zum Gelände der Thermen Kaiser Konstantins, die im Juli 315 eingeweiht wurden und von denen zu dieser Zeit noch beachtliche Ruinen standen, wie auf einem Stich von Étienne Dupérac zu sehen ist. Zu den Kunstwerken die aus den Thermen geborgen wurden gehören die Dioskuren, die heute vor dem nahen Quirinalspalast stehen, aber auch die Bronzestatue des Faustkämpfers, die sich heute im Nazionalmuseum im Palazzo Massimo befindet.

Die Vitelli liesen sich vom Architekten Carlo Lambardi eine Villa errichten. 1600 kaufte Papst Clemens VIII diese Villa und schenkte sie seinem Neffen Pietro Aldobrandini, zu dieser Zeit der einflussreichste Kardinal und Großmeister des Malteserordens. Der engagierte Giacomo della Porta, der schon an der berühmten Villa Aldobrandini in Frascati arbeitete, für einen Neubau. Aldobrandini machte die Villa zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt Roms und legte hier eine der größten Kunstsammlungen Roms an, die sich heute zum großen Teil im Vatikanischen Museum befindet. Im großen Park sollen 456 antike Statuen verteilt gewesen sein, von denen nur noch ein kleiner Rest im heutigen Park geblieben ist.

Als 1873 die Via Nazionale zum neuerbauten Hauptbahnhof Termini gebaut wurde, die damals vornehmste Einkaufsstraße Roms, fiel ein großer Teil der Straße der Aufbruchsstimmung der Gründerzeit zum Opfer. Übrig ist heute ein Flügel, der eine internationale Bibliothek beherbergt und dieser hochgelegene, vergessene Garten. Zwischen leise sprudelnden Brunnen stehen noch leicht lädierte antike Statuen. Man vergisst in dieser Idylle, dass rund um den Park der Verkehr der Großstadt braust. Biologisch interessierte sollten die Palmen beachten, verschiedene Arten, die von drei Kontinenten stammen. Und der Blick über die Dächer Roms, vorbei am mittelalterlichen Torre delle Milizie und der eleganten Kirche SS. Domenico e Sisto, sollte am Besten bei Sonnenuntergang genossen werden.

Der Park wurde 2013 - 2016 restauriert und ist bis Sonnenuntergang frei zugänglich. Siehe Karte unten.

 

 

 

 

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Aufgang zur Villa Aldobrandini
Aufgang zur Villa Aldobrandini

Villa Aldobrandini
Villa Aldobrandini

Büste auf der Brüstung der Villa Aldobrandini
Büste auf der Brüstung der Villa Aldobrandini

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