Die Cappella Savelli in Santa Maria in Aracoeli

Eine der interessantesten Seitenkapellen in der Basilika Santa Maria in Aracoeli ist die Cappella Savelli aus dem 13. Jahrhundert. Sie ist die Grabkapelle der einst mächtigen Adelsfamilie Savelli, die fünf Päpste stellte.

Wappen der Savelli an der Querschifffassade von Santa Maria in Aracoeli
Wappen der Savelli an der Querschifffassade

Die Savelli finanzierten den Neubau der Kirche Santa Maria in Aracoeli als im 13. Jhd. die Franziskaner hier einzogen. Der Savelli-Papst Honorius III. hatte 1223 die Ordensregel der Franziskaner anerkannt. Somit war die Familie eng mit dem Orden des Franz von Assisi verbunden.

Luca Savelli

Der Neffe des Papstes, Luca Savelli wurde als Senator weltlicher Chef von Rom. Er zettelte 1234 eine Revolte gegen den nächsten Papst, Gregor IX an und versuchte Rom zu einer Stadtrepublik zu machen. Er erreichte jedoch nur, dass sich Papst und Stauferkaiser Friedrich II., eigentlich verfeindet, gegen die Savelliherrschaft zusammenschlossen.

Cappella Savelli, Grab von Luca Savelli, 13. Jhd., mit antikem Sarkophag
Grab von Luca Savelli, 13. Jhd.

Luca musste nach wenigen Monaten das Feld räumen. Danach hören wir kaum noch etwas von Luca Savelli. Er scheint jedoch Jahrzehnte später seine Karriere wieder aufgenommen zu haben, denn laut seiner Grabinschrift ist er wiederum als Senator gestorben ist.

Die Grabkapelle

Sein Sohn Panolfo Savelli war wohl der Auftraggeber für die Grabkappelle in der neuen Basilika Santa Maria in Aracoeli im rechten Arm des Querschiffs. Heute sind noch die aufwändigen Grabmälern für seinen Vater Luca und die Mutter Giovanna Aldobrandeschi erhalten. Panolfo hatte Künstler von Rang und Namen eingeladen. Pietro Cavallini einer der wichtigsten Maler der Frührenaissance schuf die Fresken an den Wänden. Leider ist nur ein kleiner Rest über der später eingezogenen Zwischendecke erhalten. Am anderen Ende des Querschiffs können wir noch ein Fresko Cavallinis am Grabmal des Kardinals Acquasparta zu sehen. Die Bildhauerarbeiten übernahm Arnolfo di Cambio, der uns auch in den Kirchen Trasteveres begegnet.

Die Grabmale

Cappella Savelli, Grab von Giovanna Aldobrandeschi, 13. Jhd., mit Liegefigur des Honorius IV
Grab von Giovanna Aldobrandeschi, 13. Jhd.

Durch die barocke Umgestaltung im 18. Jhd. sind heute nur noch die zwei Grabmale erhalten. Jenes für Luca Savelli ist ein wunderschönes Beispiel gotischer Bildhauerkunst mit wertvollen Mosaiken die dreimal das Wappen der Familie Savelli zeigen. Interessant ist die Wiederverwendung eines antiken Sarkophags der um 200 n.Chr. gefertigt wurde. Man sieht vermutlich Porträts der ursprünglich Bestatteten sowie drei aufreizende Genien, die Girlanden halten.

Gegenüber befindet sich das Grabmal von Lucas Ehefrau Giovanna Aldobrandeschi, das im gleichen Stil aber etwas einfacher gehalten ist. Außergewöhnlich die Liegefigur auf dem Sarkophag, die den ältesten Sohn, Giacomo Savelli darstellt, der 1285 zum Papst Honorius IV. gewählt wurde. Er wurde ursprünglich im Alten Petersdom begraben. Beim Neubau wurde 1545 sein Grabmal aufgelöst. Man legte kurzerhand seine Reste in den Sarg seiner Mutter und schloss diesen mit dem päpstlichen Deckel.

Quellen: Laura Russo, Santa Maria in Aracoeli ISBN88-7369-072-6, Brittanica: Biographie des Luca Savelli, Bericht über die Restaurierung der Cappella Savelli

Besichtigen Sie den Kapitolshügel mit Santa Maria in Aracoeli

 

 

 

 

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Capella Savelli, Grab von Luca Savelli, 13. Jhd., mit antikem Sarkophag
Cappella Savelli, Grab von Luca Savelli, 13. Jhd., mit antikem Sarkophag

Cappella Savelli, Grab von Luca Savelli, 13. Jhd., Detail des antiken Sarkophags
Cappella Savelli, Grab von Luca Savelli, 13. Jhd., Detail des antiken Sarkophags

Liegefigur des Papstes Honorius IV. auf dem Sarkophag von Giovanna Aldobrandeschi, 13. Jhd.
Liegefigur des Papstes Honorius IV. auf dem Sarkophag von Giovanna Aldobrandeschi, 13. Jhd.

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